Erste Medienkolumne auf freitag.de

Ich bin sehr glücklich! Heute erschien meine erste Medienkolumne, nein meine erste Kolumne überhaupt und das auf freitag.de zum Literarischen Quartett auf ZDF.

Viel Freude beim Lesen!

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Bild.de und die Aussage Sigrid Korbmachers

Ich bin erschüttert über diese Details. Mit Sigrid Korbmacher hatte ich zu tun für eine bestimmte Art von Autogramm und merkte schon, wie sie genau absteckte, ob ich noch alle Nadeln an der Tanne habe. Aber, mit diesen Erlebnissen, verstehe ich sie und bin wirklich betroffen. Es muss die Hölle gewesen sein.

BILD.de berichtet sehr angenehm nüchtern mit viel Zitaten der langjährigen Managerin von Schmidt

Titelbild: Screenshot Titelzeile bild.de vom 14.12.2017

Das Grass-Fragment. Letzte Momente.

Es wird mit diesem Band bewiesen, das auch ein so genanntes Fragment ein Hochgenuss sein kann. Es ist ein Mosaik des Nachlasses von Günter Grass. Verleger und Weltrechteinhaber von Grass legt Gesprächsband vor. 

So hatte Detering sich das sich nicht vorgestellt. Denn primär stellt dieser Band ein gescheiterten Versuch da. Den Versuch mit dem Literaturnobelpreisträger (1999) Günter Grass lange, aber nicht langwierige, anlass- und ziellose Gespräche zu führen.

Es wurden aber nur eines, und drei Briefe. Als Detering den letzten Brief von Grass erhielt, war der bereits nach spontanem Rückfall seiner Malaissen verstorben. Schade. Gedruckt wurde nur, was Grass’ redigierende Hand passierte, mehr nicht.

Ich habe zu Grass keine gefestigte Meinung, dennoch seine späten Offenbarungen ihn kritisch betrachten lassen. Aber den Nobelpreis aberkennen? Hm. Die Diskussion ist aktuell wie nie: Im Zuge der Vernichtung von Karrieren wie der des anscheinend dauergeilen Kevin Spacey, stellte Psychotherapeut Schmidbauer in der WELT, ob das Œuvre und Mensch wirklich so zu vermengen sind im Sinne der Ausführung einer gesellschaftlichen Ächtung. 

Dass Grass Lebenswege beeinflusst, habe ich vor kurzem in gänzlich anderem Zusammenhang erlebt. Ich interviewte den Autoren Nicol Ljubić zu seinem neuen Roman ‚Ein Mensch brennt‘ (dtv, 2017). In einem nachfolgenden Radiofeature (SWR 2) offenbart Ljubić sehr offenherzig und vulnerabel die peinvolle und entbehrungsreiche Entstehung seines Werks. Bestärkt hat ihn, der Kreis schließt sich, Günter Grass im Rahmen seiner Treffen mit jungen Schriftstellern in Lübeck. Einer davon war Nicol Ljubić.

Das Gespräch treibt sich sequenzlos und warm durch Grass Wirken, insbesondere außerhalb seiner angeblich politischen Profilierung.

Zur Ausstattung muss ich mich limitieren, ich könnte sonst ins Schwärmen geraten. In diesem Buch steckt soviel handwerkliche Qualität, soviel routiniertes Können. Es kommt mit rustikalem naturverbundenen Hardcover daher, eingeprägten Texten, haptischer Maserung.

Die Innenseiten sind von Qualität wie manche Bücher in Premiumeditionen nicht erreichen. Es ist ein Genuss. 

Die Aufbereitung des Textes in folgt klarer Kontur und die Nutzung der Namenskürzel vor jeder Äußerung finde ich herrlich! Fehlte es mir doch sehr in aktuellen Gesprächen wie bei Saviano/di Lorenzo oder Augstein/Walser. In einem fließenden Gespräch muss man schon sehr aufmerksam sein, um immer zu wissen, wer da grade fragt oder antwortet.

Das Buch, was mit 14€ schon fast altruistisch daherkommt, ist jeden Cent wert. Denn es vereint ein angenehmes Gespräch mit der Buchdruckkunst Steidls. Gedruckt in der Düsteren Straße in der hellste Buchdruckkunst entsteht.

Oder wie Steidl gerne sagt: Multiples. 

Günter Grass sprach mit Heinrich Detering: In letzter Zeit

Erschienen und wundervoll gedruckt durch Steidl, Düstere Straße 4, 37073 Göttingen
Gesetzt aus: Garamond und Overpass
Gedruckt auf: Schleipen Fly bläulichweiß, 150g
Gestaltung: Victor Balko

Gelesen im ICE von Hanau nach Berlin am 06. Dezember 2017 

 

Ich danke dem Verlag; ich erhalte kein Honorar.

 

Peter Handke zum 75.

Peter Handke wurde am 06. Dezember 75 Jahre.

Der Beschreibungsmeister aus Chaville wird nun von seinem Ur-Verlag (neben Ausflügen z.B. zum österreichischen Residenzverlag) wieder mit einem langen Video geehrt. Schon zum 70. 2012 wurde ein wunderbares Video mit Suhrkamp-Cheflektor und Handke-Lektor Raimund Fellinger gedreht. Nun schließt man bei SV an diese Tradition an und lässt Fellinger über die fünf Schaffensjahres Handkes parlieren.

Empfehlung: Handkes aktuelles Werk „Die Obstdiebin“ {Besprechung folgt!}

Das Video zum 70. Geburtstag Handkes

Fellinger bei Wilkommen Österreich zu Gast

Corinna Belz´ grandioser Film über PH

 

Interview: Für was würden Sie sich anzünden?

Für den Freitag habe ich den Autoren und Journalisten Nicol Ljubić interviewt.

In seinem neuen Roman ‚Ein Mensch brennt‘, der bei dtv erschienen ist, verbindet er die reale Selbstverbrennung Hartmut Gründlers am 16.11.1977 mit dem Leben der fiktiven Familie Kelsterberg.

Die Frage ist: Was hält eine Mutter-Sohn-Beziehung an hehren Idealen aus?

Heute jährte sich Gründlers Selbstverbrennung zum 40. Mal.

Viel Spannung beim Lesen des Interviews auf freitag.de

Deutschland ab vom Wege

Henning Sußebach hat nun schon sein zweites Buch vorgelegt, welches ich en bloc gelesen habe. Auf der Buchmesse verschlang ich bei Rowohlt die ersten 60 Seiten, bis mich meine Assistentin wegziehen musste. Termine!

Sein letztes Buch war der Bericht über die Aufnahme des syrischen Flüchtlings Amir Baitar (Name geändert) bei sich zuhause. Die Erlebnisse der Genese eines gemeinsamen Alltags, der durch allerlei Hürden gesäumt wurde.

Mit Sußebach habe ich wahrscheinlich nichts gemein. Er ist seit Ewigzeiten bei der ZEIT, hat eine Frau, Kinder, lebt des Preises wegen in einer Eigenheimschachtel (Haus!) in einem Vorort von Hamburg und fährt brav mit dem Zug zum Hamburger Hauptbahnhof jeden Morgen, um dann die 12 Minuten zum Speersort, dem Sitz der ZEIT, zu Fuß zurückzulegen.

Zu Fuß legt er auch in seinem neuen Buch einiges zurück. Genauer gesagt: die gesamte Strecke. Gelaufen wird in Büchern ja gerne. Seit Hape Kerkeling seinen riesen Erfolg mit „Ich bin da mal weg“ feierte (die Literaturkritik kotzte ob des Erfolgs), kann man mit Laufen und Selbstfindung vieles reißen auf dem schwächelnden Buchmarkt. Oft kippen diese Bücher aber in Esoterik, Scheinwissenschaft oder Überinterpretation.

Was man Sußebach lassen muss: Schreiben, das kann er. Wirklich. Und auch so, dass es einem wie mir, der immer mäkelig ist, nicht langweilig wird. Nicht zu verschwurbelt, nicht zu laberig.

6,2 % Deutschlands sind asphaltiert. Auf denen bewegen wir uns. Jeden Tag. Auch Sußebach auf seinen Trampelpfaden zwischen Häuschenidylle in Trabantenstadt und Büro mitten in Hamburg. Nun bricht er also aus für das Buch und zieht los. Immer längs der Straße, fernab von asphaltierten Wegen. Vom Darßer Leuchtturm bis zur Zugspitze. Und, er schafft es sogar.

Sußebach schreibt assoziativ, mit Wortideen, frischen Formulierungen und es gelingt ihm, logische Tatsachen doch noch kreativ und unverbraucht zu beschreiben. Die Beobachtungen der Menschen sind dabei ein Teilaspekt, es ist aber keine Reportage von den Besuchen seiner Begegnungen.

Es ist die Reportage eines Weges, den wir uns metaphorisch für unser ganzes Leben einmal in Frage stellen sollten: War das alles? Ist das alles? Auf 6,2 % spielen sich all unsere so großen, dramatischen und scheinbar unausweichlichen Probleme ab. Gibt es da draußen nicht noch mehr? Werden die Probleme doch relativ, wenn wir wieder ein wenig mehr mit den grundlegenden Problemen des Überlebens konfrontiert würden? Wo bekomme ich Wasser, wo ist ein Klo, wie reagieren, wenn Wildschweine queren?

Wieso reicht Seife nicht mehr aus, sondern muss es ein Duschgel mit Mango-Aroma und Massage-Effekt sein?

Weshalb macht uns ein Like auf Facebook so glücklich?

Sußebach trifft spannende Menschen. Verprellte (AfD-Günther), Glückliche (Wolfgang und Ute), Greise. Der 14-jährige Junge, der auf dem Hof seines Vaters für den Einkauf des Bullenspermas zuständig ist. Das einfache, aber glückliche Ehepaar, das ihn durch den Garten reinwinkt. Er trifft einen desillusionierten rumänischen Arzt, der „seinem Ego gefolgt war, sie (seine Frau) hatte ihres aufgegeben“.

Die Zeit hatte ihr Raster verlassen.

Mit der Nahrung ist es so eine Sache. Sie zu bekommen, ist schwierig, die Vorräte in nur einem Rucksack gering, das Betreten von Asphalt „verboten“. Die Natur ernährt ihn, wenn auch karg. Sein ständiger Begleiter, der Durst. Wer beim Ausdauersport mal merkte, wie krass Durst werden kann, so dass man alles vergisst und nur noch trinken will, weiß, was es bedeutet, durstig zu sein. Seine neuen Raststätten, so Sußebach, sind Bauern, die er über den Zaun nach Wasser oder Obst fragt.

In dem wohl erfolgreichsten Land, zumindest nach Zahlen, wird es hingegen dünn. Der Wanderer fernab der 6.2% kommt in arge Bedrängnis. Nach 400km gönnt er sich eine Tankstelle – mit einem „achtflügeligen Altar“: dem Getränkekühlschrank. Als er nach Bayern kommt, ist es nichts mehr mit der eigenständigen Versorgung. Es wird eng. Für ihn wird Bayern zur „kostenpflichtigen Naturattrappe“. Er findet keinen Anschluss, muss doch Gastwirtschaften in Anspruch nehmen (EC-Karten-Story!) und erfährt auch da wieder viel vom Breitengrad, auf dem er sich da bewegt (Golfclub!).

Sußebach hat ein Buch geschrieben, was man richtig scheiße hätte schreiben können.

Sußebach kam aber vom Weg ab. Er schrieb ein gutes, lesenswertes.

Henning Sußebach: Deutschland ab vom Wege ist erschienen bei Rowohlt

Ich danke dem Verlag; ich erhalte kein Honorar.

 

Das beste an schlechter Laune: Dieses Buch

Andrea Gerk hat etwas geschaffen, dass konträr der Erwartung ist. Ein Buch über schlechte Laune steht eher für das Erschaffen von selbiger als das Kreieren von Fröhlichkeit. Denkt man.

Wahrscheinlich hat die Autorin in diesem Werk die fundierteste Quellensammlung über die schlechte Laune außerhalb der wissenschaftlichen Literatur erschaffen, die es auf der Welt gibt. So differenziert, so zart so der schlechten Laune um Verständnis ringend zugewandt, schafft es die Journalistin eine 282-seitige Seite 3 zu schaffen – zuzüglich Quellen!

Andrea Gerk versucht dahinter zu kommen, hinter die dunkle Fassade der negativen Verfassung. Brauchen wir sie? Woher kommt sie? Bedingt schlechte Laune die gute? Sie spricht mit dem Literaturforscher Winfried Menninghaus (toller Prof. hier in Frankfurt, dem man Gehör schenken sollte!), sie geht ins Hotel Adlon, wo gut betuchte Menschen ihre schlechte Laune an dem lieben Personal auslassen. Sie seziert mit einer Ausdauer alle Darstellungsformen schlechter Laune: von der Kunst des Schimpfens, der Erotik schlechten Benehmens (das gibt es wirklich!), die Unterhaltsamkeit von schlechter Laune, und der Laune als Luxus.

Ich kenne jemanden, der gerne schlecht gelaunt ist und dazu steht: Der österreichische Soziologe und Buchautor Bernhard Heinzlmaier. Er liebt seine schlechte Laune und kultiviert sie auf twitter sekundengenau. Er kaufte sich das Buch sofort auf meinen Tweet hin.

Und wenn nicht er, wer dann, sollte sich damit besser auskennen, ob sich etwas lohnt.

Es sei noch anzumerken, dass Kein & Aber wieder eine wunderbare Ausstattung und eine sehr angenehm zu lesende Serifenschrift wählte und allein das Buch in seiner haptischen Form wunderbar zu genießen ist.

Andrea Gerk: Lob der schlechten Laune ist erschienen bei Kein & Aber

Ich danke dem Verlag; ich erhalte kein Honorar.

Lese-Tipp: Joachim Meyerhoff in der ZEIT

Sein neuer Roman kommt. Kommt bald. Mit einer Start-Auflage von 180.000 Exemplaren. Bisher konnte KiWi laut des Artikels stattliche 1,4 Millionen Exemplare von Meyerhoffs bisherigen drei Romanen verkaufen. Nicht nur dass er mit Timing und traurigem Witz schreibt, nein, seine Lesungen sind eine Epiphanie! Sie sollten dazu Ach, diese entsetzliche Lücke, diese entsetzliche Lücke hören. Ein durchgehender Genuss seiner grotesk-tragisch-urkomischen Erlebnisse seiner Zeit an der Otto-Falckenberg-Schule in München, für die er zu seinen großbürgerlich-schrulligen Großeltern zog.

Sein neuer Roman handelt vom ersten Engagement, erster Liebe und polyamoren Ansinnen mit Tragikverlauf. Der Erzähler reift und bietet Anlass zum Abstoß.

Joachim Meyerhoff: Die Zweisamkeit der Einzelgänger erscheint bei KiWi

Ich freue mich.

Wiebke Porombka spazierte mit Meyerhoff durch Wiener Wetter. Lesen Sie hier.

Alexander Gorkow: Hotel Laguna

Also allein für das Coverfoto und den Halbleineneinband lohnt es sich das Buch zu kaufen. Ja, gucken Sie nicht so verächtlich. Hätte man auch wirklich hässlicher machen können. Aber Sie sollten beim Verschenken von Büchern doch in Zukunft besser auf den zu Beschenkenden achten. Ich ziehe aus den Frankfurter Bücherschränken viele Bücher mit Widmung zu allen möglichen Geschenkanlässen. Leider vereint die Bücher eines: keines wurde je gelesen.

Mit Alexander Gorkows Hotel Laguna könnte das mit dem gelesen-werden dennoch eine erhöhte Chance auf Erfüllung haben. Nichts peinlicher die Momente, wenn man als Schenkender fragt: Sag mal diese Szene da und dort und der Beschenkte, nunja, es weglächelt, weil er nichtmal die ersten Seiten gelesen hat. Muss er ja auch nicht. Doof ists trotzdem.

Alfred Biolek hat es bereut. Nunja, oder zumindest hat es ihn nicht so erfüllt wie geplant. die Rückkehr in die Paradise der Kindheit. Es war für ihn doch eine Ernüchterung, die Vergangenheit auch durch Besuche nicht mehr zum Leben erwecken zu können. Es ist eben die Erinnerung und die ist physisch nicht mehr bereisbar. Zu großen Teilen war sie schon damals fiktiv.

Alexander Gorkow leitet seit 2009 die Seite Drei der SZ, allein das ein mehr als Full-Time-Job; diese oft grandiose Reportageseite zu gestalten. Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der Zeit, betont gerne, seinen Redakteuren das Autoren-Sein austreiben zu wollen für gute Artikel. Nunja, das klappt bei ihm selber auch nicht wirklich. Manchmal treiben einen die Ergebnisse der Schreibkunst auch eher die Schmaesröte in die Wangen. Weiß man doch, wenn das Buch auf konventionellen Wege zum Lektor gelang wäre, wäre es abgelehnt worden.

Ihm wäre auch der konventionelle Weg offengestanden, das Buch ist klasse. Es ist ein Lebensrückblick, eine Liebe zum Vater, eine kritische gesellschaftliche Auseinandersetzung durchsetzt mit Loriot-artigen Dialogen. Es schwingt Kerosin, Salz geschwängerte Luft und limitierte Sehnsucht mit.

Wenn ein Buch gut rezipiert merkt man immer dann, wenn die Presseabteilung des Verlags unter Stress ist: ich bekomme ihn kaum für Termine frei, schreibt mir die wirklich engagierte Pressedame von KiWi, auch Emails seien eher schwierig. Es ist ihm durch und durch zu gönnen, dem Gorkow.

Rückreisen können frustran und so klamm peinlich sein. Nicht so Gorkows. Gehen Sie mit ihm auf Reise.

Boarding completed.

Alexander Gorkow: Hotel Laguna ist erschienen bei KiWi

Ich danke dem Verlag; ich erhalte kein Honorar.

Erich Fromm: Den Menschen verstehen

Wir können uns glücklich schätzen, dass dtv den Mut aufnimmt, solche Bücher so gut zu verlegen! dtv legt die Bücher des Psychoanalytikers und Philosophen Erich Fromm neu auf und bringt somit Wissen unter die Menschen, welches fünfzig Jahre alt ist, aber an seiner Aussagekraft, an seiner analytischen Stärke nichts verloren hat.

Im vorliegenden Werke geht es Fromm darum, zu erörtern, wie Psychoanalyse und Ethik zusammenkommen bzw. zusammengehören. Es wäre vermessen, wenn ich Ihnen den Inhalt hier wiedergeben wollen würde. Ich könnte es auch schlichtweg nicht. Wichtig aber: Es sind Texte die überfordern, die hohe Konzentration erfordern, die so dicht an Erkenntnis und Verdichtung sind wie die Niklas Luhmanns. Es ist wichtig, sich regelmäßig zu überfordern, aus der Komfortzone des Denkens zu kommen, neue Blickwinkel zu wagen.

Fromm war ein kritischer Geist, er mutete seinem Umfeld zu, sie vor den Kopf zu stoßen. Er wurde auch außerhalb seiner Fachwelt rezipiert. Was mir wichtig ist, dass er nicht so verquast, so wichtigtuerisch ist wie Sloterdijk. Den kann ich nicht lesen, Harry Rowohlt meinte einst, er würde auch gerne völlig logische Dinge so verschwurbelt schreiben zu können wie Sloterdijk.

Fromm musste aus Nazideutschland emigireren, erst nach Genf, dann weiter in die USA. Er verfasste das vorliegende Werk in englischer Sprache. Was gut oder böse ist, hat er also am eigenen Leibe erfahren, er erlebte eine missratene Ethik im höchstpersönlichen Bereich. Doch was ist gut oder böse? Wie werden Charakter geformt? Was sind irrationale oder rationale Autoritäten?

Ich schmökere gerne seitenweise in diesem Buch und streiche mir viele Stellen an. Und bin immer wieder verwundert, wie absolut gültig diese Stellen bis heute sind.

Dass dtv sich aufschwingt, diese Bücher immer wieder neu aufzulegen, ist toll.

Erich Fromm: Den Menschen verstehen ist erschienen bei dtv

Des weiteren bei dtv von Erich Fromm erschienen:

Haben oder Sein – die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft

Die Kunst des Liebens

Die Seele des Menschen – Ihre Fähigkeit zum Guten und zum Bösen

Die Furcht vor der Freiheit

Liebe, Sexualität und Matriachat

Wege aus einer kranken Gesellschaft 

 

Bücher gelandet!

Mein Lehrbuch Erste Hilfe kam. Leider bin ich auf Pflichtforbildung in Mannheim. Ganze 495kg sind es für 2000 Exemplare der ersten Auflage geworden.

Morgen gibt es mehr Infos.

Meine Assistentin Frau Hünecke hat liebenswürdigerweise die Anreise fürs Poesiealbum gefixed!

Volker Weidermanns Schriftsteller-Bibel

Volker Weidermann ist der Schriftstellerflüsterer – um in populären Kinotiteln zu beginnen. Weiter entfernt davon kann es allerdings nicht sein, wen er da portraitiert: Das fucking Who is Who der Schriftstellerelite. Die Liste der Schriftsteller*innen auf der Rückseite des schön ausgestatteten Bandes von KiWi liest sich wie ein Wunschzettel für jeden literarisch interessierten Journalisten.

Vorworte sind meist so lame, dass kein Mensch diese lesen will. Hier jedoch lässt der Verlag nicht irgendeinen Buddy von Weidermann salbvolle Worte sagen, die keinen interessieren, sondern lässt ihn ausführlich erklären, wie er die schreibenden Eremiten getroffen hat. Meist ohne Tonband, oft ohne schriftliche Notizen.

Ob man in ihr Arbeitszimmer runtergehe und ein straffes Interview mache oder sie gemeinsam mit Ehemann oben im Wohnzimmer bliebe und zu Dritt plaudere, fragt ihn die Schriftstellerin Gabriele Wohmann. Natürlich entscheidet sich Weidermann für die Plaudervariante, bietet sie doch wirklich immer mehr Entfaltungs- und Interaktionsmöglichkeiten als ein sturer vis-a-vis Talk. Um seine Merkfähigkeiten ist er zu beneiden.

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Ein Blick durch einen zeitlich und menschlich begrenzte Sichtzone. — Dieses Bild ist durch Zufall entstanden: Ich habe das iPhone mit „offener“ Kamera auf den Tisch des Cafés gelegt. Und dann einen Screenshot gemacht.

Die Längen der Stücke unterscheiden sich deutlich, die Stärken -logischerweise- auch. Moritz von Uslar begleitet er 2010 zur Lesung seines Buches „Deutschboden“ in das Dorf, welches die Matritze für seine Beschreibungsliteratur deutscher Provinz diente. Wider Erwarten wird es keine Hassabrechnung der Einwohner mit dem Berlin-Mitte-Schreiber.

Die Zweitverwertung von Texten in einem Buch wird gerne mal etwas verächtlich gesehen, aber zum einen habe ich Weidermanns Texte nie bewusst im SPIEGEL gelesen (dazu lese ich ihn zu unregelmäßig) und auch in diesem Buch beweist sich die Kraft, die ich in der Rezension zu von Uslars gesammelten Kolumnen „Auf ein Frühstücksei mit…“ beschreibe. Das Konvolut gibt in komprimierter Form eine vergleichbare Stärke, ein Buch wie ein verlängerter Cortado. Es wird eine konturierte Kraterlandschaft menschlichen Daseins. Dabei treffen zwei kraterhafte Oberflächen aufeinander: Die des Schriftstellers und die des Portraitierenden.

Als der Journalist die Autorin Karen Duve im Nirgendwo an einer norddeutschen Küste besucht, muss er sich zitternd von dem überagilen Hund Duves erholen. Mit Handke spaziert er und wird von diesem väterlich geleitet, nicht überfahren zu werden. Um ihn dann am Ende wieder seine mädchenhafte Erscheinung zu beschreiben.

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Das nennt man dann das Who is Who.

Schreiben, was ist, forderte Rudolf Augstein. Und so lässt Weidermann sich in seine Texte nicht reinpfuschen von allzu auf die Aussenwirkung bedachten Schreibern. Maximal die wörtlichen Zitate lässt er sich autorisieren. Nur bei Johannes Mario Simmel war es anders. Der im weit vorgerückten Alter getroffene und von der Öffentlichkeit vergessene Simmel bekam seinen Text am Telefon vorgelesen (naja, eher vorgeschrien), um dann weit vor Ende abzubrechen: „Sie haben mich als Leiche gezeichnet.“ – Ja, merkt auch Weidermann matt zu sich selbst an, habe er, weil es so war. Indes ist Simmel außer sich vor Freude, wie beherzt sein ehemaliges Umfeld auf den Text reagiert: Er bekommt Blumen von Iris Berben, sein Verleger rief ihn an. Und doch sieht Weidermann das eher als Bestätigung seiner These, als schlechtes Gewissen des sich still und leise entfernt habenden Umfeld Simmels.

Er komme nicht als Kritiker und wolle Geheimnisse nicht lüften, sondern bewahren. Einmal beim Zaubern dabei sein, dem Künstler einen Raum bieten, sich selbst zu sehen. Volker Weidermanns Maxime funktioniert in vielerlei Arten von Stücken, doch immer merkt man seine Zuneigung und die Arbeit. Denn das, was hier so locker hingeschrieben zu sein scheint auf vergleichsweise wenigen Seiten, ist harte Arbeit. Beziehungsarbeit. Menschen hohen Intellekts und Gespürs, welches alle Portraitierten vereint, müssen für sich gewonnen werden, es muss eine Ebene hergestellt werden. Und das mit viel mehr als mit banalen Worten und einem Termin. Man benötigt händeringend eine Stimmung. Egal in welchem Timbre, aber die Stimmung muss da sein und Kontur haben. Alles andere kann man sonst durch den Shredder jagen.

Dieses Buch ist für mich ein must have für den, der sich für den Literaturbetrieb interessiert. Es gehört in die Kategorie zu Herlinde Koelbls „Im Schreiben zuhaus“ oder Corinna Belz´Film über Peter Handkes Schaffen „Bin im Wald, kann sein, dass ich mich verspäte“.

Einziges Verbesserungspotential sehe ich im Platz: Leerseiten zwischen den Portaits. Den Texten Luft geben, dem Leser Luft geben, sich zu sammeln für das nächste Leben. Denn diese Texte beschreiben nicht weniger als einen ganzen Menschen.

Und jeder Mensch hat das verdient. Einen Platz für sich.

Volker Weidermann: Dichtertreffen ist erschienen bei KiWi

Ich danke dem Verlag; ich erhalte kein Honorar.

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Gelesen im Crumble, Frankfurt.

Mal kein scheiß Ratgeber: Prof. Gottschling

„Schmerz ist ein Meister der uns klein macht,

Ein Feuer, das uns ärmer brennt,

Das uns vom eigenen Leib trennt,

Das uns umlodert und allein macht.“

Hermann Hesse

—- zitiert zu Anbeginn des Buches.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wie die meisten von Ihnen wissen, war ich lange Jahre engagiert im Rettungsdienst. Und etwas, was sofortiger und strikter Intervention bedarf, sind starke Schmerzen.

Bis heute höre ich aus der Erinnerung Schreie von Patienten, die unerträgliche Schmerzen hatten. Sei es das Kind, was sich seine Beine schwer verbrüht hat, der Mann, der sich seine Hüftprotese aus Versehen im Stehen auskugelte, oder die Frau, die von einem Auto angefahren wurde und sich beide Beine brach. Dazu kommen die Menschen mit chronischen Schmerzen. Tumorschmerzen. Schmerzen durch hohes Alter in Altersheimen. Davon sind viele, wie der Autor berichtet, an Schmerzen leidend unterversorgt.

Schmerzen werden bis heute inadäquat versorgt, das Wissen um die richtige Therapie ist rar.

Dabei muss der Patient nicht leiden, Durchhalteparolen sind Ammenmärchen und lästig. „Sie haben bereits die Maximaldosis“ ist meist die sinnleere Reaktion von vielen Menschen im Gesundheitswesen. Erwiesen ist auch, das das Schmerzempfinden durch kindliche Erfahrungen negativ beeinflusst wird. Dann nämlich wenn angenommen wird, Kinder würden den Schmerz nicht haben, weil sie ihn nicht mitteilten.

Schmerzmediziner Sven Gottschling schreibt wichtige Bücher. Sein zweites und aktuellstes beschreibt einen Zustand, der wenn man ihn nicht hat, nicht goutiert wird. Wenn man ihn aber hat, will man alles, damit er wieder verschwindet.

Schmerz.

Da erst seit 2016 die gezielte Therapie von chronischen Schmerzen ins Medizinstudium seinen Weg gefunden hat, wird es noch etwas dauern, bis flächendeckend Patienten mit Schmerzen adäquate Hilfe bekommen.

Dabei ist Schmerz ganz schön teuer. Rund vierzig Milliarden Euro verursacht chronischer Schmerz in Deutschland an Kosten – pro Jahr!

Davon entfallen zehn Milliarden auf die direkte Behandlung, die restlichen dreißig Milliarden auf Folgekosten wie Frühverrentung, Krankengeld, Arbeitsausfall, etc. Der Staatshaushalt der Bundesrepublik liegt bei 300 Milliarden.

Gottschling legt klagend offen, wie wichtig es also ist sowohl volkswirtschaftlich als auch humanistisch gegen Schmerz effektiver vorzugehen. Und auch aus medizinischer Sicht ist es wichtig, Schmerzen zu behandeln: Sie steigern Blutdruck und Herzfrequenz und können so Folgekrankheiten wie Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen.

Der Autor durchkämmt alle wesentlichen Gebiete des Schmerzes. Von der Definition, zu Schmerzempfindung in verschiedenen Kulturen (alle gleich!), ob Schmerz männlich sei, wie Kinder Schmerzen empfinden (unzureichend therapiert!), wie Schmerzen im Alter empfunden werden und welche Medikamente mit welchen Konsequenzen genommen werden können.

Auch die Frage nach Alternativen und Placeboeffekten behandelt Gottschling. Krankheitsbedingte Schmerzen wie Kopf- und Rückenschmerzen werden ebenso thematisiert wie Anlaufstellen bei chronischen Schmerzen.

Sven Gottschling ist auf einer wichtigen Mission. Das merkt man seinen Texten an, die manchmal etwas zu rüde werden, etwas zu vulgo, aber bietet Verständlichkeit. Verstandenwerden muss auch ein Ziel von Ärzten sein, denn auch das kann Schmerzen lindern. So beschreibt Gottschling den Placeboeffekt anhand von Betablockern. Diese Herzfrequenz und Blutdruck senkenden Mittel können erektile Dysfunktion begünstigen als Nebenwirkung. Was aber fand eine Studie heraus: Wenn es den Patienten gesagt wird, dass es so sein könne, berichten 30% der Patienten davon. Einer anderen Gruppe wird es nicht offenbart, und nur 5% berichten von Symptomen erektiler Dysfuntkion. Es macht also schon deutlich etwas aus, wie und was genau Patienten gesagt wird.

Jens Lubbadeh hat zur Psyche des Patienten einen hervorragenden Artikel geschrieben, lesen Sie hier!

Gottschling offenbart dabei viel Privates. Von eigener Schmerzerfahrung, über eine grausame Spiegelung seines Vaters und seiner Fehldiagnose bei seiner eigenen Tochter. Er nahm ihre Bruchschmerzen nicht ernst. Und es war ein dreifacher Bruch des Ellenbogens, der auf dem Röntgen nicht eindeutig zu sehen war.

Jeder der mit chronischen Schmerzen (in jedweder Form) zu tun hat, sollte dieses Buch lesen.

Zur Aufmachung sei gesagt, dass ich glatteres Papier sehr schätzen würde, es wirkt doch arg billig. Auch Ratgeberliteratur darf wertig sein!

Prof. Dr. Sven Gottschling Schmerz los werden bei S. Fischer

Das erste Buch „Leben bis zuletzt“ von Prof. Gottschling zu Schmerzbehandlung am Lebensende 

Ich danke dem Verlag; ich erhalte kein Honorar.

Frühstückseier en masse: Moritz von Uslar

Was macht KiWi denn da grad für schöne Bücher? Ich bin wirklich begeistert! Nicht nur die Inhalte, auch die Ausstattung überzeugen mich sehr. Sei es das vorliegende Buch von von Uslar, als auch Weidermanns Dichtertreffen oder der Roman von Alexander Gorkow Hotel Laguna. Alle zeichnet eine liebevolle, aufwendige Ausstattung aus. Beide letztgenannten Bücher werde ich hier auch bald besprechen.

Nun aber zuerst zu Moritz von Uslars Sammelband seiner Frühstückskolumne Auf ein Frühstücksei mit…. Die Kolumne lief und läuft in der ZEIT und ist mir bisher nicht wirklich präsent gewesen, obgleich ich über ihr Vorhandensein wusste. Nicht zuletzt ob der Kolumne mit und über Michel Friedman, den ich als Journalist langzeitbeobachte.

Mit wem spricht von Uslar? Mit vielen, die ich sofort sprechen würde: Steffen Seibert (Omelette), Michel Friedman (gekochtes Ei), Ulrich Wickert (gekochtes Landei), Leander Haußmann (hart gekochte Eier), Caren Miosga (Spiegeleier), Nikolaus Blome (Spiegeleier). Und viele andere aus dem politischen und kulturellen Berlin, meistens Berlin. Auch Selige wie Peter Scholl-Latour (Club Sandwich) und Hellmuth Karasek (Eier im Martini-Glas) kommen noch zu Wort.

Otto Schily nimmt sie wirklich, Eier im Glas – kannte ich nur vom Hörensagen.

Inga Humpe kann keine bestellen, da es keine Bio-Eier gibt.

Joseph Vogel nimmt Weißwürstl statt Eier.

Einzeln fand ich selbige Kolumne etwas dünn, wenn auch nett zu lesen. Im Kollektiv werden diese Kolumnen aber erst schön. Nicht nur die habituelle und schon gelobte Aufmachung, sondern das Vergleichen können. Wer nimmt wirklich ein Frühstücksei, wer keins? Wer wählt welche Zubereitung? Im Glas, Spiegelei, hartgekocht, weichgekocht. Und: Wo findet das ganze statt und um welche Uhrzeit? Allein diese ersten zehn Zeilen machen es für mich spannend zu lesen. Ich bin ein großer Verfechter der Einleitung von Interviews mit der Situation vor Ort. Viele lässt sich daraus spüren, wie ein Interview verläuft. Und ganz nebenbei wird das Buch zum Frühstücks-Ratgeber.

In den vorliegenden Kolumnen ist dies häufig in den bekannten Café Einsteins, im Adlon oder in Berliner Szenecafés. Was von Uslar in seinen 99-Fragen-Interviews ausführlich macht, rafft er hier in einer Fast-Forward-Wiedergabe zusammen: Interviews von sicher einer Stunde und manchmal mehr, fasst er auf meistens zweieinhalb Buchseiten gekonnt zusammen. Sortiert das unwichtige und markiert das Markige. Er arbeitet mit kurzen Sätzen, stakkatohaft und so wünscht man sich am Ende manchmal doch, es wäre in dem Stil weitergegangen, aber eben länger.

Für mich beweist dieses Buch, dass das Zusammenführen von Kolumnen nicht immer eine Zweitverwertung des Geldes wegen ist, sondern Gesprächen nochmal einen kräftigeren Charakter geben kann.

Für meinen Geschmack ein wirklich lohnender Kauf.

Moritz von Uslar, Auf ein Frühstücksei mit… ist erschienen bei KiWi

Ich danke dem Verlag; ich erhalte kein Honorar.

Rezension: Jan Fleischhauers Ehedrama

Jan Fleischhauer hatte Glück – er endete nicht in der Gosse. „Man muss nicht jede Gosse kennen, aber es hilft zu wissen, wie sie aussieht“, sagte Thomas Fischer 2015. Der inzwischen Ex-BGH-Richter hat in seiner Zeit in der Prärie der Jurisprudenz über viele Arten von Gewalt geurteilt.

Jeder denkt an Körperverletzung, an physische Vorgänge. Doch wenn psychische Gewalt mal nur an einem Tag sichtbar würde, als wenn Wind einen Tag lang Farbe bekäme, in Scheidungshaushalten und Sozialgerichten wäre ein Kaleidoskop von Farben zu sehen; oft blutrot, dicht, in jede Ritze menschlichen Handelns sickernd.

Wenn konservative, qua Ausrichtung seriöse Männer, solch Schiffbruch erleiden, ist die Wortflucht mit schwarzem Humor die leichteste.

Aber sie ist Quatsch, sie ist über die Maßen falsch. Sie vermeidet innere Aufrichtigkeit!

Jan Fleischhauer ist derbe auf die zwischenmenschliche Fresse geklatscht, wäre und ist zeitweise daran zerbrochen. Kein Witz, kein Augenzwinkern; kein Tremolo, da sprachlos.

Er versucht den Weg der Erleuchtung mittels Quellensammlung. Zu allen möglichen korrespondierenden Themen sammelt er bergeweise Studien, Essays, Schriften. Fleischhauer braucht Zahlen, Daten, Fakten. Verstehen durch Vergleichbarkeit. Wie konnte sie nur, in 90% der Fälle ist aber…usw. Seine essayistischen Tendenzen lockern die Klageblöcke auf, lassen aber erahnen, dass die Auslebung der Gefühle technokratisch ablief. War der Verlassene schon immer ein Eremit in seiner Ehe? Verhungerte seine Frau emotional an ihm?

Fast 200 Seiten Scheitern, welches in konservativer Welt schlimmer ist, als spurlos zu verschwinden. Es ist der Verlust des Fundaments gesellschaftlicher Integrität. Das ganze kommt als deklarierter Roman daher. Dabei ist es genau so wenig fiktional wie Michel Friedmans Kaddisch vor Morgengrauen. Viel zu tief die Furchen der vernarbten Wunden, als das die Zeilen nicht voll von Authentizität durch eigenes Erleben sind.

Männer seien Aussitzer, sagte Fleischhauer im Interview mit der WAMS. Er hatte es sich in der Ehe bequem, beliebig gemacht. Bekam nichts mit. Da ist das Problem. Aussitzen hilft nicht, es ist Katalysator. Und die Frau zieht die Reissleine, trotz Kindern, trotz Verschuldung.

Denn Fleischhauer hatte zur Absicherung des Zusammenlebens, welches nie reibungslos war und nie harmonisch zugewandt wirkte, sondern eher nach ‚das hat man so‘, eine Immobilie in Berlin-Cherlottenburg gekauft. So fester der Stein, so loser die Beziehung. Die Transferierung von Festigkeit zwischen Menschen in Betongold ist grotesk. Meist lastet Stein schwerer als Liebe stützt, überhaupt stützen kann.

Warum halten die Leute den letzten Abschnitt nicht durch?, fragt Fleischhauer. Ja, da liegt es wieder, das Problem. Menschen, die in Phasen denken, wie Projektplaner in Betriebsprozessen. Aber Leben, gelebtes Leben, ist kein Betrieb, nur selten Prozess. Der schweizerische Autor Rolf Dobelli würde laut lachen: ist es doch ein erwiesener Denkfehler, zu meinen, nur weil man extrem viel Zeit in etwas investiert hat, sei es deshalb nicht abzubrechen, nicht abbrechbar.

Vermag auch Hesse von Stufen zu sprechen, meinte er nicht die behaviorale Einbahnstrasse, die Zwangsemporsteigung in vorbestimmte Ereignislosigkeit. Die Antwort bist du selbst, so der Name eines Briefband Hesses. Diese zu finden, empfinden zu können, ist vielen ihr ganzes Leben nicht möglich.

Fleischhauers Ex lernte es. Sie wollte keinen Tag mehr mit ihm zusammen sein. Full-Stop.

Natürlich ist der neue, jüngere Freund ein Lauch, empfindet zumindest der Gehörnte, und auch menschlich wird es dreckig. Wenn du Türen bei einer Trennung hinter dir zuziehst, bleiben sie zu, merkt Fleischhauer matt an. Er lässt Wohnung, Keramikmesser und Wohlstand hinter sich, verliert den Konkon der Beständigkeit und: ist pleite. Muss sich Geld pumpen. Am Ende, nicht weit weg von der Gosse. Er wird mittelschwer depressiv und Experte in Psychopharmaka. Doch auch da bleibt er Ästhet; er sucht sich seinen Psychiater nach der Praxisausstattung aus. Züge seines Ehemann-seins, mehr aussen als innen zu spüren. Mehr Hülle, statt inneres Objekt empfinden.

Eine Panikattacke lässt ihn in Schönefeld im Gate durch die Hölle gehen, seine Funktionsfähigkeit rast gen Keller. In Tränen ausbrechend sitzt er bei seiner Ressortleiterin, seine Resilienz ist so schwach wie ein Fötus ohne Mutterleib.

Ein Mensch verliert ob des Scheiterns seiner Ehe seine gesamte Einbindung in die Welt. Liegt darin der Fehler? Geschehen deshalb Morde durch verlassene Männer an ihren Ex-Frauen mit neuer Familie? Waren diese Männer nie ein Ganzes in sich, und lehnten sich so sehr auf ein Konstrukt, was des Tragens dieser Last nie mächtig war? Paartherapeuten nicken jetzt.

Fleischhauer schreibt ohne Pathos, ohne erhobenen Zeigefinger, ohne schwarzen Humor. Fleischhauer schreibt nackt. Das macht den Text so wahrhaftig. Denn aus dem ehemals gelackten Konservativen ist ein zumindest großteils geläuterter Mensch geworden. Wer auf Youtube den Autor zwischen 2009 und 2017 vergleicht, merkt, hier hat jemand eine Reise zu sich selbst begonnen; eine Reise, die vorher nie angetreten worden war.

Aus der Retrospektive heraus ist alles leichter. Nach Onlinedating und dem zweiten Frühling mit ergrauter Tolle, ist Fleischhauer wieder verheiratet, wieder Vater. Aber sicher um einiges reicher an Wissen, dass eine Beziehung nicht die Beziehung zu sich selbst ersetzt.

Jan Fleischhauer: Alles ist besser als noch ein Tag mit dir ist erschienen im Knaus Verlag/ Random House

Ich danke dem Verlag; ich erhalte kein Honorar.

Edit: Ich freue mich, Jan Fleischhauer vor kurzem in München auf einen Espresso getroffen zu haben. Es waren 60 freundliche Minuten und eine schöne Signatur.

Hervorgehobener Beitrag

Briefwechsel für Genießer und Beginner: Harry Rowohlt

Briefsteller (meint: Briefschreiber) und Briefwechsel sind ein spezielles Genre, nicht immer mit Liebe angesehen. Suhrkamp hat aus den ungewöhnlich vielen Briefwechseln von Verleger Unseld mit seinen bekannten Autoren Handke, Bernhard oder Johnson herrlich produzierte Briefwechsel mit unglaublicher Detailtiefe produziert.

Nur, das Problem: Da muss man sich derbe reinlesen und ein Hang zu neurotischen Autorenpersönlichkeiten haben. Nicht jedermanns Fall.

Daher biete sich zum Einstieg die drei herausragenden Briefwechsel von Harry Rowohlt an. Der begnadete Übersetzer und Rezitationskünstler, der nichts direkt mit Rowohlt-Verlag zu tun hatte, starb leider 2015 in Hamburg. Er war nicht nur optisch eine einzigartige Persönlichkeit und schrieb seit den 60ern grandiose Briefe. Immer einer Spur den Respekt vermissen lassend, ist er mir Vorbild geworden, auf Briefe zu antworten, aber doch nicht immer den steinernen Ernst der Sache durchblitzen zu lassen.

Im Dezember 2016 habe ich den pusthum erschienenen Band „Nicht weggeschmissene Briefe III“ besprochen. Kein & Aber ließ mir dann auch Einblick in die beiden ersten Bände, und was soll ich sagen: GRANDIOS. KAUFEN.

Seine Freundin Anna Mikula ist zu danken für die Zusammenstellung, gegen die er sich nicht wehrte, was mehr ist als des Allgemeinen Zustimmung ausdrückt.

Mehr braucht es nicht zu sagen. Wie Rowohlt der im Zweifelsfalle auch lieber schwieg und damit mehr sagte.

Danke, Harry Rowohlt!

Der Kampf geht weiter – nicht weggeschmissene Briefe I
Gottes Segen und Rot Front – nicht weggeschmissene Briefe II
Und tschüss – nicht weggeschmissene Briefe III

Harry Rowohlt erzählt sein Leben von der Wiege bis zur Biege; edition tiamat

Ein schönes Interview aus 2012 sehen Sie bei Youtube. Harry Rowohlt mit Knut Cordsen beim Münchner Literaturfest auf der BR 2-Bühne.

Das eher dilettantische Cover-Arrangement ist von mir…

Ich danke Kein & Aber und der edition tiamat; ich erhalte kein Honorar.

Portrait Elke Büdenbender @ DIE ZEIT

Ich saß im fast noch unberührten ZEIT-Café am Hamburger Speersort. Oben, die Treppe rauf, dort wo die Devotionalien eines jeden ZEIT-Fans ausgestellt werden, zusammen kit großen, gerahmten Bildern von Helmut Schmidt. Denn, das Haus des Verlags und der Redaktion der ZEIT heißt seit kurz nach dem Ableben des Altbundeskanzlers und Herausgebers der ZEIT HELMUT-SCHMIDT-HAUS.

Ich sitze also im ersten Stock, auf einer sehr bequemen Couch, die nicht nach einer Café-Couch aussieht und lümmele am Kissen gelehnt, mit einer frischen ZEIT in der Hand und lese das Portrait von Elke Büdenbender. Elke wer?

Elke Büdenbender ist die Ehefrau von Frank-Walter Steinmeier, begleitete ihn mit ruhigen Sohlen schon durch den leider erfolglosen Bundestagswahlkampf 2009 und fiel mir damals schon als sympathisch aus. Sie wollte ihren Beruf als Verwaltungsrichterin, halbtags, weiterführen, wenn ihr Mann Kanzler würde.

Nun gab sie ihren Beruf auf, zugunsten ihres Mannes, der nun als Abschluss seiner Karriere Bundespräsident wurde. Wie sie das beurteilt, wie sie sich fühlt, ob sie sich gerecht behandelt, wenn schon nicht entlohnt fühlt, zeichnet dieses Portrait der ZEIT nach.

Anders als die Ehefrau von Christian Wulff, die dem ganzen noch mit ihrem peinlichen Offenbarungsbuch eine Krone aufsetzte, wirkt Büdenbender in sich gefasst und mit den richtigen Koordinaten der Lebenserfahrung ausgestattet, eine First Lady zu sein, dennoch dem ganzen eine emanzipierte Würde zu entlocken.

Lesen Sie hier: Die erste Frau im Staat von Nicola Meier

Stille

Wir brauchen sie, um nicht verrückt zu werden. Wir verachten sie, weil sie uns verrückt macht. Wir benötigen sie, wenn wir sie am wenigsten bekommen können. Und wir treten sie, weil wir sie nicht achten.

 

 

 

 

 

 

 

Stille.

 

 

 

Was ist Stille?

 

Ich weiß es nicht.
Der Autor auch nicht.

Aber er weiß etwas.

 

— dass wir sie brauchen. Dringend. Mehr. Wieder. Bewusster.

 

Der Lärm nimmt von uns Besitz, wird immer selbstredender. Lärm nicht nur in Dezibel. In Licht, Schatten, Blinken. Ansprache.

Alles, so übergriffig, ohne Distanz, mit immer währender Dringlichkeit.

Erdrückend. Erstickend ohne Atemnot.

 

Der norwegische Autor, der Rechtsanwalt, Verleger und Extremsportler wurde von der Welt wie wir sie kennen fast erdrückt. Er rannte um sein Leben und fand es im Extremsport. Doch das eine verdrängt dabei das andere.

 

Pest, Cholera. Menschenmengen wie Schneemengen.

 

In diesem leisen Buch in fast Steidl-artiger Produktion mit leisen Bilder von u.a Ed Ruscha (sehr Steidl-like) versucht Kagge 33 Versuche über die Stille.

 

 

 

Und die gelingen ihm. Das Buch gelingt und ist im stillen Einklang mit der Aufmachung. Den Bildern, dem glatten, dicken Papier.

 

Und es ist subtil.

 

Der Umschlag weiß, nur Schrift. Wenn Sie den Einband heben ist sie weg.

 

 

 

……..Wer?

 

 

 

Sie.

 

 

 

 

 

 

 

Die Stille.

 

 

 

Erling Kagge: Stille – Ein Wegweiser, Insel Verlag

 

Ich danke dem Verlag; ich erhalte kein Honorar.

Gott hat gesprochen: Bernhard Heinzlmaier im Interview

Hörtipp: Chris Rea mit The Road to Hell

Mein verehrter Bernhard Heinzlmaier schafft es, in diesem Interview die gesamte gesellschaftliche Fassade in kurzen Hauptsätzen zugrunde zu richten. Und so, dass man auch zwischendurch lachen muss. Aus Verzweiflung? Aus Erlösung der Verbalisierung alles Verschwiegenem wegen?

Heinzlmaier ist grandios! Und er ist viel mehr, als er sich hier darstellt. Ein Philosoph. Ein Gesellschaftsdeuter. Ein brillanter Analytiker mit hohem Grad der realistischen Betrachtung von Tatsächlichkeiten, die so kollektiv entverbalisiert sind, dass seine Feststellungen prickeln und bei dem gemeinen Menschen eine herbe Abwehrreaktion, ja sogar eine Unfähigkeit zur nicht-Anerkennung auslösen.

Er spricht über die aktuelle Jugend, die so farblos, so angepasst ist, dass sie untergeht in den Mühlen des ohnehin perversen Neoliberalismus, seine Genese aus schwerster Schulzeit und den Blick auf das Leben, wenn man berufsalltäglich mit der Jugend zu tun hat. Und, warum Institutionen kategorisch zu misstrauen ist.

Ehrlich, sachlich, persönlich. Ich ehre diesen Mann dafür; er ist mir Vorbild.

Lesen Sie das Interview aus März 2017 mit Bernhard Heinzlmaier in der Wiener Zeitung hier.

Fotocredit: Büro Bernhard Heinzlmaier/Fotostudio Wilke

Rezension: die taugenichtse

Hörtipp: Al Stewart: On The Border

Wir sitzen samstags im Café, ich und meine Männerrunde. Wir rauchen Zigarren und versuchen dabei nicht so zu sein, wie Männer, die Zigarre rauchen. Ich zumindest vor allem. Was mich nicht loben soll, sondern eher beschreiben.

Meine Runde ist politisch durchmischt, doch eher mischt sie sich um Konservative. Ich bin der Rote, der Linke, der „Kommunist“. Die Sicht bestimmt die Wahrnehmung, die politische und kosmopolitische Erfahrung ebenso. Und so sitzen wir im Café und mein einer Bekannter stößt mitten im Gespräch aus „Oh, schaut, wir sind in der Unterzahl!“ – ich schaue ihn an, antworte: „Hä, heute sind doch alle mal gekommen?“, und meine damit unseren erweiterten Besuchskreis aus Zigarrenrauchern. Er hingegen raunte dies ob der beiden Nebentische an denen Paare mit Kopftüchern und Vollbart sitzen. „Ja, das sind Touristen, und auch wenn nicht?!“.

Meinen Bekannten beruhigt das nur mäßig und dann doch wieder mehr, denn die Touri-Definition war ihm gar nicht aufgefallen. Nichtsdestotrotz müssen Menschen nicht Touristen sein, um sein zu dürfen! Die Divergenz zwischen seinem Einsamkeitserlebnis und meine Nicht-Wahrnehmung zeigt, wie wichtig es ist, in der Jugend schon multikulturell erzogen zu werden und fremde Länder zu sehen – außerhalb von Poollandschaften. Dann lernt man nämlich, dass in Minderzahl zu sein auf die meisten Orte dieser Welt zutrifft und dieses Gefühl auszuhalten und nicht in eine Art reflexhaften Verteidigungskampf zu gleiten, eine grundgütige und nötige Gabe ist.
Denn Anderssein ist normal, Fremdsein auch. Doch das fehlt hierzulande Menschen, die in ihrer Lokalbubble schwofen und maximal in das touristische Gehege Mallorcas „ausbrechen“, um dann doch alles zu finden, wie es sich der Landsmann eben so wünscht. Abwechslung unerwünscht, Einheimische auch gerne nicht und dann dieses fettige Essen! Gerhart Polt setzte dieser Spezies deutscher Urlaub „Man spricht Deutsh“ 1987 ein filmisches Denkmal.

Unverhofft kommt manchmal doch. So erblickte in meiner Packstation letztens ein Buch das Licht der Lesewelt, als ich es gar nicht erwartete, ja nichtmal wusste, es bestellt zu haben. Nun habe ich die Dreißiger Schallmauer doch durchschlagen und zweifele manchmal an meinen kognitiven Fähigkeiten, oder besser: den mnestischen.
Helmut Schmidt war übrigens zu Beginn seiner Autorenkarriere dabei nicht so erfolgreich und erkundigte sich in seinem Umfeld aktiv danach, wie man sich denn so viele Eindrücke merken könne. Jeder fängt mal kleiner an, auch ein ehemaliger Bundeskanzler /lesen Sie hierzu: Karlauf, Thomas: Helmut Schmidt – die späten Jahre/.
Aber lassen wir das. Ich entriss dem Buch seine papiernen Kleider und erblickte ein buntes, gebundenes Buch von dtv. Der mir wohlgesonnene und herzliche Verlagsmitarbeiter Z. schickte mir dieses zusammen mit einem handgeschriebenen Brief, welcher eine Replik auf meinen Brief war. Nun also verschmolz Brief und Geschenk in einem. Wie nett!

Der Verlag bewirbt das Buch mit seiner Aktualität und ich dachte mir nichts bei, sah in die freundlichen braunen Augen des Autors mit Bart und Strickpulli in schwarz-weiß und las bei Thong Thai in Frankfurt mit vollem Bauch los. Die Szene am Bahnhof erliegt einem Lachen, wenn man sich seiner eigenen agitierten Verwandschaft schon einmal schämen musste, der Text fließt und zeichnet ein Bild, was wirklich aktueller nicht sein könnte: junge Männer werden aus der Karibik in eine Welt geschwemmt, die fremder nicht sein könnte, in der sie sich zurecht finden, behaupten müssen und dann noch ihren verehrten und geliebten Anhang, eine Großfamilie, mit Informationen und Devisen versorgen sollen. Und mit dem Versprechen der erlebten Glückseligkeit. Genug Anlass zur Enttäuschung und kreisender Erregung diverser Familienmitglieder und Nachbarn zuhause. Und vom Wetter in London, den Eigenschaften der Inselbewohner und dem Gefühl doch niemals anzukommen, wollen wir nicht schreiben, sondern lesen.

Und ich denke mir nichts böses und sinniere, wie es wohl wäre, den Autor Samuel Selvon zu interviewen. Doch mein Begehr wird schnell bei Sichtung des Wikipedia-Eintrags zunichte gemacht, denn Selvon ist seit 1994 tot. Und umso ergreifender ist die Tatsache, dass sich an Emotionen, Erleben, Ängsten, Nöten nichts geändert zu haben scheint. Nur der Drang in eine andere, bessere, idealisierte Welt ist die Triebfeder mit Sack und ohne Pack durch Meere Wege aufzunehmen, die ein von Pommes verfetteter Deutscher sich nicht annähernd imaginieren kann. Das Buch kommt daher umso besser nun auf Deutsch daher, da es eine Vorahnung auf das geben wird, was jetzige Flüchtlinge „on duty“ erleiden müssen und uns eines Tages berichten werden.

Samuel Selvon, die taugenichtse ist erschienen bei dtv als gebundenes Buch

Ich danke dtv und insbesondere Z. für die freundliche Aufmerksamkeit.

Die Übersetzerin Miriam Mandelkow im Interview über das Buch, welches im Original seit 1956 vorliegt.

Hörtipp zum Abschluss: Men At Work: Who Can It Be Now

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