Beinahe-Unglück San Francisco Airport: was wir lernen müssen, ist entscheiden!

Am 07. Juli dieses Jahres gab es eine Beinahe-Katastrophe am Flughafen von San Francisco. Eine anfliegende Air Canada Airbus A320 flog um 23:56 Uhr Ortszeit die rechte der beiden Parallellandebahnen des Flughafens an. Neben der zur Landung freigegebenen Landebahn 28R verläuft der Taxiway C, genannt Charly (NATO-Alphabet folgend). Auf diesem standen mehrere Flugzeuge, um dann folgend auf einer der beiden Startbahnen zu starten.

Im Anflug fragt der funkende Pilot der Air Canada-Maschine, ob sie wirklich Landeerlaubnis hätten, denn sie würden Lichter auf der zugeteilten Landebahn sehen. Das konnte nicht sein, wie der Controller aus dem Tower bestätigt, aber auch nicht weiter nachfasst. Hier wäre die Situation gewesen, einzugreifen, denn die Wahrnehmung der Piloten hätte selbige zu Go-Around veranlassen müssen, bzw. den Controller nachfragen und sicherheitshalber auch den Go-Around anweisen müssen, um die Wahrnehmung final zu klären. Ein unbekannter dritter Pilot funkt "Where is this guy going? He is on the taxiway!", woraufhin der Controller den Go-Around anweist, den Air Canada wohl schon einleitet hat, weil sie sagen "In the go-around" und durchstarten.

Die Piloten haben aus einem noch zu ermittelnden Grund, nicht die Landenbahn 28R, sondern den rechts liegenden Taxiway C angeflogen und waren nah dran, in die dort wartenden Flugzeugen zu landen. Warum blieben sie nicht auf der Anfluggrundlinie? Gab es falsche Einstellungen? Gab es einen wiederholten Kartenabgleich? Ist ausreichend ein Approach-Briefing gelaufen?

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Aussendungen des ILS der Landebahn ungenau waren, ist sehr unwahrscheinlich. Da die Maschine eine auf Taxiway C wartende Phillipines A340 mit nur 51ft. (das sind nur knapp 15 Meter) überflog, muss dringend geklärt werden, was passiert ist.

Fakt ist, es handelt sich um einen near miss/controlled flight into terrain, und es wäre wünschenswert, dass in so einer risikoreichen Situation des Flugverlaufs (=Landung) bei einer abnormen Feststellung (scheinbare Lichtererkennung auf vermeintlicher Runway), die in der Kürze der Zeit nicht 100% gegengeprüft werden kann, ein sofortiger Go-Around vollzogen bzw. angewiesen wird.

Sehen Sie hier Einzelheiten des Flugverlaufs und Funkverkehrs:

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