Rezension: Hygge

Ja, also der Grundgedanke hat mich gereizt, das Buch dann wiederum nicht. Es ist grau in grau und hat mich schnellstens ermüdet. Als ich dann googelte, wusste ich warum. Es ist natürlich ein Trend, so ein richtiger. Alle hypen, dass Dänen gemäß UN das glücklichste Volk sein sollen. Sicher, die meisten Menschen genießen zu wenig sich (weil sie sich nicht kennen oder sogar aktiv ablehnen) und auch das was sie haben. Alles ist zu wenig, andere haben angeblich immer mehr und warum eigentlich ist es so ungerecht.

Das Buch soll, als eines von vielen, vermitteln, wie die Dänen das nun hinbekommen, so zufrieden und happy zu sein. Wuha. Aber es bleibt dabei: das Buch ist grau ein grau. Es ist zwar so eine Art IKEA-Grau, also nicht ganz deprimierend, sondern mit pastelligen Weißanteilen, aber dennoch hat es mich nicht geflasht.

Korrekt ist, Menschen müssen mehr lernen, achtsam zu sein, Handlungsmuster zu reflektieren, im Hier und Jetzt sich wohl zu fühlen. Doch das über einen Modebegriff abzuleiten, finde ich schon sehr abgedroschen. Ich bin da aber auch für Abwehr solcher Hypes sehr empfänglich, mir geht das schnellstens auf den Sender.

Also: Wer sich für interessiert, digital reinblättern. Der Grundtenor stimmt: Genießen Sie doch mal mehr, es ist so schön. Eigentlich, entgegnen Sie? Ja, aber eigentlich bedeutet, dass es zumindest Hell und Dunkel gibt. Für viele Menschen dieser Erde ist das Schicksal nicht im Ansatz so gnädig wie zu uns, von daher: enjoy! endlich!

Hygge von Louisa Thomsen Brits ist erschienen bei Mosaik/Random House

Ich danke dem Verlag; ich erhalte kein Honorar.

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