Rezension: eine letzte Liebschaft

Schade. Es ist immer traurig wenn Künstlern die Anerkennung ihres Werkes zu Lebzeiten nicht gegönnt ist. Richard Yates erging es leider so. Er verstarb einsam, dem Alkohol zugewandt, krank, einsam in seinem Appartment im heartland der USA.

Späte Gerechtigkeit erfährt er aber nun über die Maßen und das zurecht. In seinen gesammelten Kurzgeschichten „Eine letzte Liebschaft“ weht viel klassisches USA mit, man denkt an braune Armeehemden, GIs mit Muskeln und brutzelndes Barbecue. Auch wenn es nicht immer vorkommt, so umschwebt doch viel Klischee und damit zugespitze Wahrheit die kurzen Geschichten. Ich bin meistens kein Freund von Kurzgeschichten, da ich immer denke ohne zu denken, woher der Drive kommen soll.

Natürlich, wider Erwarten, hat mich Yates schon mit der ersten Story, die ich frei auswähle im Buch. Schon fast bestätgend enttäuscht denke ich mir, naja, doch kein spannendes Ende und er schafft es im letzten Satz a) konstruktiven Sinn und b) einen Hackenschlag einer Pointe zu bauen.

Die Geschichten sind angenehm lesbar, bieten viel Ab- und Spiegelbild der amerikanischen Gesellschaft und ihrer Probleme in den Sechziger- und Siebzigerjahren und dennoch kann mich nicht alles vollends begeistern.

An der handwerklichen Schaffenskraft hat das aber mitnichten gelegen. Regel also: Lesen Sie es an und wenn Ihnen der Duktus Freude bereitet: Lesen Sie es ganz.

Richard Yates: Eine letzte Liebschaft ist erschienen bei DAV/Random House

Ich danke dem Verlag; ich erhalte kein Honorar.

Advertisements

Kommentare sind geschlossen.

Create a website or blog at WordPress.com

Nach oben ↑