Rezension: Sieben Küsse

Man wird beim Lesen dieses feinen Buches bemerken, dass nicht nur Küsse glücklich machen„, urteilt Claudia Mäder in der NZZ am Sonntag vom 29.01.2017.

Wie scharfsinnig die Autorin das vorliegende Buch von Peter von Matt hier treffend in einem Satz beurteilt und recht damit hat. Wichtig für alle Interessierten: Es handelt sich hier um einen literarisch analysierenden Essay der es bedarf, ihn mit Bedacht und Wiederholung zu lesen. Er könnte nicht weiter weg und doch nicht näher dran sein an einer Schmonzette, er selbst ist es aber eben nicht. Die Enttäuschung als Geschenk wäre vorprogrammiert. Wer sich aber tiefergehend mit Literatur, den dort verarbeiteten Liebesmustern und der Vielfalt ihresgleichen beschäftigen möchte, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt, welches HANSER wieder schön verarbeitet hat. Gutes Papier, gute Bindung und ein schöner Einband runden den Eindruck ab. Ich lese solche Bücher sprungartig, dass bedeutet nicht en bloc, sondern ich lasse mich treiben und finde oft Anregungen, „Urwerke“ zu lesen, an denen ich sonst aus anerzogener Schul-lese-Genervtheit vorbeigezogen wäre. Von Matts Buch ist also auch Quelle für weiterführende Literatur der Weltgeschichte. Quasi ein Schlüssellochschaffer.

Und zum Zitieren findet man auch immer etwas; es beginnt glorreich schon auf erster Seite:

[Tout le malheur des hommes vient d’une seule chose, qui est] de ne pas savoir demeurer en repos, dans une chambre.

[Alles Unheil kommt von einer einzigen Ursache, dass die Menschen] nicht in Ruhe in ihrer Kammer sitzen können,

schrieb Blaise Pascal.

Peter von Matt: Sieben Küsse ist bei HANSER erschienen.

Apropos eine unveränderliche Konstante bleibt: Küssen kann man nicht alleine.

Ich danke dem Verlag; ich erhalte kein Honorar.

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