Rezension: Und tschüss Briefwechsel III Harry Rowohlt

Harry Rowohlt, Rezitator und Übersetzer, war eine eigensinnige und dennoch tiefgründige Person. 2015 starb er siebzigjährig in Hamburg. Zurückgeblieben sind unzählige (25 Leitz-Ordner!) mit Schreibmaschine geschriebene Briefe, die in drei Bänden bei Kein & Aber erschienen sind. Der dritte Band ist nun in dritter Auflage (wir sprechen hier von einem Briefwechselband!) beim Zürcher Verlag aus dem Druck gekommen und wirklich ein Amusement für den geneigten Briefwechselleser als auch für den Novizen in diesem Buchgenre.

Rowohlt bricht mit allen Konventionen des Briefeschreibens; ich habe das Buch im sprichwörtlichen Sinne verschlungen, so direkt, deftig, auf den Punkt und doch immer mit einer Prise Eleganz sind seine Briefe an all jene verfasst, die ihm schrieben. Er maß seine Eingangspost, die er nur von zuhause beantwortete (kein Handy und nix), in Zentimetern Stapelhöhe.

Das Buch ist ein wahrer Fundus als Anregung für meine zukünftigen Briefe und ich rate wirklich zu diesem Werk. Auch die Bände I und II werden alsbald in meiner Bibliothek Einzug finden. Denn kreative Briefe schreibt heute kaum einer mehr. Gar erschrocken sind manche Menschen, wenn sie von mir Post bekommen.

Ich hätte es noch schön gefunden, zu sehen, wie die Briefe im Original aussahen. Ein, zwei Beispiele bildlicher Form wären toll gewesen.

Zwei herrliche Beispiele seien aus diesem Konvolut gezeigt als kleiner Anreiz

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Harry Rowohlt: Und tschüss – Nicht weggeschmissene Briefe III erschienen bei Kein & Aber

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar; ich erhalte kein Honorar.

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