Rezension: Die schönsten Weihnachtskrimis (Audio)

Der Hörbuchverlag (Random House) ist etwas spät dran! Denn im Gegensatz zu ALDI & Co. kam diese Einstimmung mit mehr als einem Monat später als der Lebkuchen im Regal. Nun, eigentlich kann man dazu nur beglückwünschen, da meine Assistentin sich schon gleich im September an selbigen überfuttert hatte. Das sechseinhalbstündige Programm aus sieben Krimis zur Weihnachtszeit sind dabei ohne Vorsicht zu genießen. Agatha Christie darf genau so wenig fehlen wie Georges Simenon.

Fraglich ist meiner Meinung ja, warum wir selbst an Weihnachten so gerne Krimis lesen und hören. Oder Tod auf dem Nil so gern schauen; vielleicht als heimliches Sinnbild, was wir mit den Verwandten gerne täten, mit denen wir gemeinsam auf der Couch sitzen. Sitzen müssen wollen?

Ich finde die Geschichten in Ordnung, die Sprecher sind nicht ganz mein Geschmack. Als Freund von Charles Brauer in seinen Grisham-Vertonungen bin ich gewohnt, dass ein Sprecher mehrere Charaktere deutlich trennen kann und das ganze in eine Lesung mit Kribbeln verwandelt. Dieses konnte hier nicht so -für mich- erreicht werden.

Für mehr Informationen klicken Sie bitte hier bei Random House.

Ich danke Random House für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars; ich erhalte kein Honorar.

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Rezension: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke (Live-Audio)

Peter Handke beschimpfte die Gruppe 47 um Hans-Werner Richter, Walter Jens und Marcel Reich-Ranicki 1966 in Princeton mit seiner historisch gewordenen Aussage, die deutsche Prosa leide unter einer Art Beschreibungsimpotenz. Der Zugang zur damalig im Zenit stehenden Gruppe 47 sei schwieriger als in den Himmel zu kommen, befanden Journalisten. Handke war das schon damals egal, und da war er erst Mitte 20. Seinem Erfolg mit seinem ersten Roman Die Hornissen (Suhrkamp) und seinem Provokationsstück
Publikumsbeschimpfung (Erstaufführung siehe Youtube, 1966; Regie: Claus Peymann) konnte diese Schärfe gegen das Establishment nichts anhaben.

Nun, was hat das mit Joachim Meyerhoffs nun vorgelegter Lesung seines Buches Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke zu tun?

Random House Audio legt hier eine Opus Magnum einer Lesung vor, 12 Stunden und das ganze live vom Autor vorgetragen. — Und er hat mich gekriegt, im Auto, mit der ersten von insgesamt zehn (sic!) CDs. Ich musste so herzlich lachen und im nächsten Moment (Textanschluß!) verstummte ich synchron mit seinem Publikum. Denn Meyerhoff ist wider Handkes Feststellung eine Potenz zu eigen, die einen in einen Bahn außerordentlicher Natur zieht. So parliert er mit tiefen, raueisigem Timbre locker durch seine Zeilen und beschreibt in einer solchen Detailliebe und Sprachgewaltigkeit das Leben seiner Großeltern, bei denen er Wochenenden seiner Kindheit verbringt. Die Skurrilitäten und Eigenheiten dieses von ihm hochverehrten Paares zeigen eine hohe Aufmerksamkeit und Sensibilität gegenüber dem Ist und Sein seiner Umwelt. Und so könnte man meinen, wieder ein vor Details triefender, zur Übermüdung neigender Beschreibungstext, aber nein: Meyerhoff schafft es, sein Publikum durch Text und Lesung abzuholen. Denn an die autobiographische Beschreibung seiner Großeltern schließt er seinen Übergang zu Zivildienst und die Atomisierung seines bisherigen glatten Lebens durch den Unfalltod seines mittleren Bruders an. So findet Meyerhoff immer eine Taktung zwischen den Jovialitäten des Lebens, um dann direkt die Verbindung zu den Abgründen zu skizzieren; in Abhängigkeit, in Folgebegründung.

Meyerhoff ist heute Ensemblemitglied „der Burg“ und neuerdings auch (wieder) des Deutschen Schauspielhauses, Hamburg. Und so beschreibt Meyerhoff seinen Weg in die Schauspielschule. Otto Folckwang in München. Und landet wieder bei seinen Großeltern. Statt im ersehnten Schwesternwohnheim und Zivildienststelle.

Meyerhoff sagt in Interviews, er wolle die Abgründe und die wahnwitzigen Momente des Lebens zeigen; und sein junges Leben scheint dafür viel Stoff geboten zu haben. 

Die Umschreibung des Verlages leidenschaftlich live gelesen vom Autor ist kein Marketing, es ist eine herzerweichende, mitreißende Tatsache.
Meyerhoff nimmt einen mit in sein Leben – und wir sollten dankbar dafür sein.

Joachim Meyerhoff: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke – mehr Informationen hierzu beim Random House.

Ich danke Random House für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars; ich erhalte kein Honorar.

PS: Der Titel ist übrigens ein Werther-Zitat. Und wie trefflich ists fürs Meyerhoffs Leben.

Zum Gedenken an Manfred Krug

Zum Gedenken an Manfred Krug, der letzten Freitag mit 79 starb.

Armin Müller-Stahl ist keine gute Quelle. Er ist ein Spinner.

…Januar 2015, Manfred Krug mit Uschi Brüning bei 3nach9. Krug deutlich an Gewicht verloren, lässt er aber nichts an Bissigkeit und Rhetorik vermissen; wobei er zunächst zurückhaltend ist und dann di Lorenzo frontal angeht. Sehen Sie hier.

Sie [di Lorenzo] haben soviel falsche Informationen, dass ich keine Lust habe, Sie dauernd aufzuklären.

Man beachte bitte, dass in der Sendung Krug und Brüning eine byside-Gesprächssetting zugestanden bekommen haben.

Screenshot: Youtube/radiobremen/3nach9

Rezension: Ein Winter in Wien

Ich liebe Wien. Ich liebe Winter. Ich liebe Winter in Wien. Quasi eine Verheißung, das neue Buch von Petra Hartlieb, ihres Zeichens Autorin und Inhaberin von zwei Buchhandlungen in der Stadt meiner Träume.

Neben diesen Vorzeichen schafft es Hartlieb mich sofort in den Bann zu ziehen – und das ist selten. So sitze ich, nachdem mir meine Assistentin das Buch ausgepackt reichte, stumm im Sessel und lese los und raune nach zwei Seiten zu Frau Leinweber: „Kaffee, bitte“, welchen sie mir leise und kommentarlos an die Seite stellt. Nun auch noch heißer guter Kaffee, während ich in das verschneite Wien der Jahrhundertwende katapultiert werde. Auf leise knatschenden Schneesohlen nimmt mich die Autorin mit in den Werdegang von Marie. 

…dann dachte sie [Marie] an ihren eigenen Vater, der das Wort nur an sie gerichtet hatte, um ihr knappe Arbeitsanweisungen zu geben, und seine Kinder ansonsten beschimpfte, …

Marie, vom Land stammend, wird das exemplarische Objekt des Zeitenwandels. Chancen auf Bildung, Selbstbestimmung und Lebensaussichten stellen sich beklemmend dar wie schmelzender Schnee im Nacken. Es fröstelt mich, so fein und doch fließend zeichnet Hartlieb die Lage von Frauen und generell einfachen Leuten dieser Zeit. Und der großbürgerlichen Elite, die nicht weniger anders sind in ihrem Verhalten. 

Unglaublich, dass es Menschen gab, für die es normal war, einfach so ein Buch zu bestellen. [denkt Marie]

Gewaltsame, bildungsferne Erziehung, fehlende Rechte der Frauen, erniedrigende Lebenssituationen, und eine Emotionslosigkeit, dass es einen sprachlos lesen lässt. Insbesondere, da diese Realität nur knapp 100 Jahre her ist. Frauen, noch selber mehr Kinder, die straflos vergewaltigt werden, die Eltern nur als Drangsaleure und Ausbeuter erleben, Eliten, die die Erziehung der Kinder fernab an unterbezahlte Angestellte in postsklavischer Art abgeben. 

– Im Theater wirst wohl noch nie gewesen sein.

– Nein, war ich noch nie. Aber ich kann lesen, sagt Marie.

Marie verspricht ihrer Oma, mal ein Theater zu besuchen. Heutige Selbstverständlichkeiten, die damals alles waren: aber nicht selbstverständlich. Theaterbesuche, Lesen, Bücher haben und lesen, Schule länger besuchen als es gesetzlich vorgeschrieben ist –  keine Frage der Wahl, sondern Los der Geburt. 

Der Vater [Schnitzler im Zusammenspiel mit seinem Sohn Heinrich] lachte laut auf, und Marie konnte sich gar nicht sattsehen an diesem Bild.

Halbreiter zeichnet gekonnt die Zeit und Atmosphäre nach, auf leisen sprachlichen Sohlen. Marie kommt über glückselige Umwege als Kindermädchen – und somit in den beruflichen Olymp – zu einer wohlhabenden Familie. Zu keiner geringeren als der Familie um Dr. Arthur Schnitzler, deren Verhalten heutigen familiären Beziehungen zumindest ähneln. 

Ob und wie Marie ihrem Versprechen gegenüber ihrer Oma gerecht wird und was eine Buchhandlung und dessen Angestellter Novak Marie erleben werden lassen, lesen Sie in Ein Winter in Wien von Petra Hartlieb, erschienen bei Kindler (Rowohlt). 

Die Buchausstattung ist schön, das schmale Format passend, die paketartige Haptik angenehm und der Papierduft satt-süffig und die Serifenschrift ausreichend satt gedruckt. Die Titelschrift und das Muster geben den Stil der großbürgerlicher Wohnhäusers Wien wieder.

Ich empfehle aus vollem Herzen, danke dem Verlag für die freundliche Bereitstellung; ich erhalte kein Honorar.

Eine wunderschöne historische Liebesgeschichte in bibliophiler Ausstattung. 

– sagt der Verlag. Recht hat er.

Film-Tipp: Peter Handke. Bin im Wald. Kann sein, dass ich mich verspäte

Als ich gestern durch Zufall den Trailer fand, kriesch ich fast vor Freude: Eine Kino-Doku über den legendären zeitgenössischen Autor Peter Handke. 

Handke war es auch, den ich als ersten rezensierte; nämlich eines seiner Notizbücher, die inzwischen archivarisch behandelt werden. 

Der Trailer lässt viel farbsatte, selbstredende Bilder dieses Autors und seines speziellen Lebens erahnen. Der Autor lebt nach Jahren der Wanderlust (im wahren Wortsinne!) in Paris-Chaville.

Ab 12.11. im Kino und ich bin dabei!

Alle Bilder: Screenshots Trailer Piffl Film

Rezension: Straus Park

Es gibt so Bücher. Auf den Probeseiten wirken sie für einen selbst spannend (philosophisch: Etwas ist nie spannend oder langweilig; es ist immer das Konvolut aus Erfahrungen, Tageslage, Lebensweg, Lebenslage und einem Quentchen Unbegreifbaren, was Etwas spannend, sprich lesbar, macht – und daher kann man Lesererfolg auch nicht final beschreiben), und dann bekommt man das Rezensionsexemplar und man geht nicht mit. Nicht mit der Melodik, nicht mit der Zeichnung der Figuren.

Leider ist es mit so mit Straus Park ergangen. Der Bestsellerautor P.B. Gronda legt hiermit wohl wieder ein vielverkauftes Werk vor; es handelt von einem reichen, jüdischen Erben, der in NYC verlottert trotz Reichtum, sein Leben mehr und mehr aus den finanziell doch so gesicherten Fugen gerät. Es werden Familiengeschichten gezeichnet, Abhängigkeiten beleuchtet. Aber ich werde nicht abgeholt dabei. Die Schnodderigkeit der Hauptfigur ist nicht spannend, nicht heimelig, nur nervig – für mich.

Auch mehrfache Zwangsversuche, weiterzulesen haben nicht geholfen. Was nicht gegen das Buch sprechen muss! Aber meins ist es einfach nicht. Ich bin zu ehrlich, zu sehr mit Verve dabei, um dem geneigten Besucher etwas vorzulügen.

Selber Lesen und die anderen inhaltlichen Rezensionen bitte beachten. Weitere Informationen beim Verlag.

Ich danke dem Random House Verlag sehr in diesem Falle für die dennoch erfolgte Bereitstellung; ich erhalte umso mehr hier kein Honorar.

PS: Vielleicht reift dieses Buch auch noch im Regal; wenn ja, werde ich natürlich informieren.

Cover: Mit freundlichem Dank an Random House

Rezension: More Letters of Note

Warum muss eine Rezension immer gleich sein? Da es sich bei den Büchern und den dazugehörigen Audios auch um besondere Werke handelt, musste eine besondere Rezensionsform her. Die des Briefes.

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Hinweise:

Der Brief wurde am 24.10.2016 per Deutsche Post verschickt.

Die Namen wurden bewusst gekürzt und sind dem Verfasser bekannt.

Es handelt sich um keine Original-Unterschrift. Nutzungen dieser Abbildung werden strafrechtlich verfolgt!

Rezension: NEIN

Um es fix vorwegzunehmen: Nein, es gibt keine Inhaltsangabe und auch keinen Preis des Buches in meinen Rezensionen.

Aber ich sage: Kaufen, weil. Und dann entscheiden Sie bitte selbst.

Wo wir beim Kern des Buches wären: Nein sagen ist den meisten Menschen fremd. Es wird bejaht, befolgt und schlussendlich fremdbestimmt. Die sich ergebende Ohnmacht, der Wunsch nach Simplifizierung selbst einfacher Sachverhalte ist selbstsezierend: Die Menschen sind ob der Multioptionalität am Ende ihrer Entscheidungskraft. Ein Multilemma nennen die Autoren Anja Förster und Dr. Peter Kreuz (was der FOCUS über beide sagt, schreibe ich hier nicht) diesen Zustand.

Die Freiheit, die wir nicht kennen, hat der doppelten Nobelpreisträgerin Marie Curie gefehlt, dennoch sie sich, wenn auch unter massiver Repression, durchsetzte. Heute haben wir zwar (fiktiv) alle Möglichkeiten doch fehlt uns die Kompetenz zur Entscheidung. Das Autorenduo schafft es, diese richtige Gesellschaftskritik in Worte zu fassen, die auch Menschen erreicht, die nicht der Philosophie/Soziologie zugeneigt sind. Das ist wichtig! Denn es sind die meisten. Die Studenten denken nur noch in Credit Points und frühem Studienende bei gleichzeitig fehlendem Reifeprozess des eigentlichen Wesens Mensch dahinter. Ein Systemproblem beginnend in der Schule.

Es wird kein pathetischer oder langweiliger Ratgebersalmon. Beide fesseln den Leser/in anhand passender Geschichten, Querverweise und anschaulicher Beispiele, wie der schwierige Weg zur inneren Freiheit auf wackligen Bohlen erreibar sein kann. Das hat nichts mit Klangschalen zu tun, das ist wirklich so. Die äußere Freiheit, also z.B. Bildung, Berufswahl, etc. sind nicht eingeengt, denn sie sind es, die einengen.

Zur Buchausstattung: Ich habe aus selber Ausstattungslinie schon Muße von Ulrich Schnabel (DIE ZEIT) (Empfehlung!) gelesen; das Cover ist längs gerippt, das Papier champagnerfarben und mir etwas zu offen angerauht. Die Innengestaltung missfällt dahingehend, dass man den Text mit Herausstellungen und Farbakzenten auflockern wollte. Bin ich eben kein Fan von. Die zwei Werbeseiten am Ende sind auch eher so semi, aber so ist es eben auf der Schwelle von wissenschaftlicher Literatur zu Ratgebern.

Ich kann das Buch empfehlen, es regt an zu denken. Die Angst, etwas zu verpassen, ist unberechtigt!

Probieren Sie es aus. Es passiert — nichts.

Erfahren Sie hier mehr zu dem Buch NEIN von Anja Förster und Dr. Peter Kreuz.

Das Buch wurde mir freundlicherweise von Random House zur Verfügung gestellt. Ich erhalte kein Honorar.

Andere Buchempfehlung: Die Stein-Strategie von Holm Friebe

— NACHTRAG:

Auf twitter habe ich es geschafft, das Kai Diekmann meinen tweet über seine Erwähnung in dem Buch reteweetete und der tweet eine Impressionsrate von 4.100 erreichte und eine Interaktion von 188. Zudem schickten die Autoren Förster und Kreuz ein signiertes Exemplar an Kai Diekmann.

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Steidl – I had no time to move

Gerhard Steidl ist in seinem Universum die Sonne. Und zwar eine ganz, ganz helle. Steidl, in Göttingen geboren und geblieben („I had no time to leave“), betreibt einen Verlag mit Weltrenommée. In der Düsteren Straße 4 findet man sein „Laboratorium“, in dem er alles in einem „integrierten Prozess“ produziert.

Das was er produziert, wählt Steidl sorgsam aus. Wertige Fotobücher und Lyrik sind seine Spezialität. Er geht die Symbiose ein aus perfektem Inhalt und perfekter handwerklicher Aufbereitung. Er selbst sieht sich nicht als Künstler, sondern als Techniker, der „Multiples“ produziert. Durch einen Handwerker veredelte Produkte. Und damit stapelt er tief. Er dürfte mit die weltbesten hergestellten Bücher herstellen.

Die Marke ist, ungewollt und nebenbei, zu einem Synonym für Buchdruckkunst in einer Linie mit Gutenberg avanciert. So reist Steidl, introvertiert, schrullig, und dennoch straight und extrem zielorientiert, durch die Welt („to get things done in a certain way“) ohne das Reisen zu mögen. So schafft er eine Brasilienreise in knapp 48 Stunden, in LA war er 20 mal in einem Jahr für ein Buch beim Künstler. Er reist unaufhaltsam, inzwischen im 65. Lebensjahr angelangt und wie man so schön sagt, kein bisschen müde. Er hat nie etwas anderes gemacht, aus ärmlichen Verhältnissen stammend, lebt er seit seinem Abitur für die „Drogen“ Druckerfarbe und Papier.

Aufmerksam wurde ich vor ein paar Jahren durch Karl Lagerfeld. Selbige Weltikone kam übrigens auf Steidl zu und dieser wollte erst gar nicht mit dem Papst der Mode zusammenarbeiten. Wer Lagerfeld besser kennt, weiß um seine Buchliebe, seine Privatbibliothek von 300.000 Exemplaren. Und so fanden beide zusammen, 7L entstand und dann 2010 auch der L.S.D.-Verlag. Beides Imprints von Steidl.

13 Monate begleiteten die Dokumentarfilmer Gereon Wetzel und Jörg Adolph den Meister des Buchdrucks in Göttingen und in der ganzen Welt. Sie hasten von New York, nach Katar, nach Kanada, nach Göttingen. Sie treffen u.a. Martin Parr, Joel Sternfeld, Khalid Al-Tani, Günter Grass. Von letzterem hat er die Weltrechte für dessen Werke 1993 vom Luchterhand Verlag (inzw. zu Random House gehörig) gekauft.

Der große rote Faden, neben den einzelnen Besuchen der Künstler zu Zwischenbesprechungen, ist die Kreation von „iDubai“ des New Yorker Photographen Joel Sternfeld. Vom ersten groben Meeting in seiner New Yorker Wohnung zu den Meetings im Verlag, genannt Steidlville. Dort kann er, so Steidl, mit den Künstlern in Ruhe arbeiten; fernab von ihren hippen Wohnorten.

Der Film ist ruhig und hat ein gleichmäßiges Tempo, er kommt ohne Off-Sprecher aus. Steidl und die die mit ihm sprechen, geben genug Auskunft und einen authentischen Blick in das berufliche Leben dieses Vielleisters. Der Film ist absolut sehenswert, auch wenn Steidl inzwischen auch (nur in der Lyrik) eBooks anbietet und sich damit von seiner rigiden No-Digitale-Politik trennte.

Kaufen Sie den Film mit schönen Boni direkt bei den Filmemachern. Bitte unterstützen Sie diese engagierten Filmemacher! Die 20 Euro sind ein lohnenswertes Investment.

Gerhard Steidls Verlag besuchen Sie bitte hier.

Das Buch iDubai finden Sie direkt bei Steidl hier. Nota bene: Es gibt beim Versand von Steidl weltweit (!) keine Versandkosten. Das ist think big at its best!

Bilder: Screenshots „How to Make a Book with Steidl“ von Gereon Wetzel und Jörg Adolph, DocCollection 2010 (Kaufen Sie die DVD, die Filmemacher, die DVD und Sie haben es sich verdient!)

Rezension: Unter einem Dach

Henning Sußebach ist Redakteur der ZEIT. Und hat ein Buch geschrieben. Auch hier hat di Lorenzo „versagt“ oder eben nicht. Denn er müsse den Redakteuren immer beibringen, eben keine Autoren zu sein, so der Chefredakteur der ZEIT bei einem Vortrag in München. Vielleicht hat Sußebach eben deshalb den parallelen Schreibexit gesucht. Sicher ist, zusammen mit „seinem“ Flüchtling Amir Baitar, der so gar nicht heißt, hat er wider meiner Erwartung ein gutes Buch hingelegt. Wider Erwarten deshalb, da ich manchmal die Hürden der Verlage für etablierte Journalisten zu gering finde. Nicht jeder, der Artikel schreibt, ist auch ein Buchautor. Und so lese ich den wechselseitig geschriebenen Erfahrungsbericht in asynchroner Kapitellänge während einer Zugfahrt von Frankfurt am Main nach Dresden in einem Stück. Die Buchausstattung ist gut, die Serifenschrift in angenehmer Größe bei gleichzeitig guter Drucksättigung.

Sußebach, Jahrgang 72 und Baitar, Jahrgang 91, Syrer, geflohen und im Flixbus 150 am Hamburger Busbahnhof im Schietwetter angekommen, schreiben nicht nur Ihre Erfahrungen plump auf, sondern es gelingt, eine Weiterentwicklung beider Charaktere zu erlesen. 

So entspricht Sußebach mehr dem Klischee als ihm lieb sein wird. Links, öko, veggy, feingliedrig und feinfühlig mit zwei Kindern und geliebter Frau im Vororthäuschen. Er pflanzt lieber Blumen als sich um die Haustechnik zu kümmern. Das überlässt er seiner Frau, Nicole, die manchmal sogar Fleisch ist! Gleichzeitig geht man verlottert-cool gekleidet zur Arbeit, immer etwas zu laissez-faire mit den Kindern. Andere seien mit 30 cool alleine gewesen und mit Mitte vierzig hundeeinsam. Alles in allem findet man sich, klischeehaft, ziemlich passend.

Als Baitar durch einen Emailaufruf unter Kollegen zu Sußebach, seiner Frau, deren Tochter (15) und Sohn (10) kommen, wird das Zusammenleben einem Röntgenbild voller Zwischentöne gleich. Wie agieren mit einem gläubigen Muslim im ehemaligen Arbeitszimmer? Wie verhalten im Alltag, bei Freunden? Wenn das Glas mit Alkohol ein Problem wird, zeigen beide engstirnige Tendenzen. Exemplarisch stellen sie die Probleme dar, die auch draußen herrschen; mit dem wichtigen Unterschied: Sie bekommen sie geregelt. Wer auf wen wie zugeht und ob Baitar seinen knallroten Haspa-Becher für alle Getränke panisch weiterbenutzt, sich nach Händeschütteln mit Nicole mit der Colaflasche rituell wäscht und welche Konsequenzen Sußebach aus der Kritik des Syrers an seinem vermeintlich cool-verlotterten Lebensweg zieht, lesen Sie in:

Unter einem Dach – Amir Baitar und Henning Sußebach – Klicken Sie beim Rowohlt Verlag für mehr Informationen.

Ich danke dem Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplar. Ich erhalte kein Honorar.

Rezension: Das Zimmer

Das hundertzweiundsiebzigseitige Buch ist bei Luchterhand, seines Zeichens Literaturverlag, erschienen. Der Schwedische Autor Jonas Karlsson hat damit einen Bestseller hingelegt. Umso mehr Grund, kritisch zu betrachten was vorliegt.Das Buch ist angenehm ausgestattet, mit haptisch ansprechendem Umschlag mit Längsprägung, die Schrift eine im satten Schwarz gesetzte Serife mit Längsstreckung. Anhand der Kapitelstruktur ist die literarische Ausrichtung erkennbar. Die Erzählweise des Autors ist in Kapiteln asynchroner Länge und Gestaltung, der Erzählung in sattem Grau, flacher Erregung und gleichbleibender Melodik. 

Der Strick auf dem Titel umschreibt sinnreich das Leben des Protagonisten. Ein filigraner Stromberg, der neurotisch, emotional defizitär und verrückt selbst- und fremdwahrnehmend ausgestattet ist.

Anhand des beruflichen Wechsels in eine Behörde zeichnet Karlsson ein wortreiches Psychogramm der Arbeitswelt in den anonymen Teppichetagen dieser Welt. Niklas Luhmann (Der neue Chef, Suhrkamp) hätte seine Freude – seine messerscharfen Soziologie-Analysen in Prosa gesetzt.

Mich hat das Buch handwerklich überzeugt, aber wer Abschaffel und Der blühende Lavendel kürzlich las, wird in der der Darstellung eintöniger Tiefe nicht gerade gereizt, weiterzulesen.

Dennoch rate ich zu diesem Buch, wer Lust hat, denn Das Zimmer wird in Absolutheit infrage gestellt: Ist es real oder irreal? Eine Frage die im Hinblick auf die Authentizität der Beschreibungen auch auf unser Zeitalter der Arbeitswelt gefragt werden sollte.

Weite Informationen finden Sie bei Luchterhand/Random House; klicken Sie gerne hier.

Das Exemplar wurde mir freundlicherweise von Random House zur Verfügung gestellt. Ich erhalte kein Honorar.

Lese-Tipp: Robert Pfaller

Robert Pfaller ist Philosoph. Und die beiden Bücher lege ich der geneigten Leserschaft sehr ans Herz. Es ist an der Grenze zu schwerer philosophischer Kost. Aber, so Roger Willemsen, Kultur sei immer auch Überforderung. Das soll nun auch für die Lebensreflexion gelten.

Wofür es sich zu leben lohnt und Zweite Welten und andere Lebenselexiere, beide erschienen bei S. Fischer Wissenschaft, Frankfurt am Main

Mehr über Prof. Dr. Robert Pfaller, Wien, klicken Sie hier.

Screenshot Beitragsbild: robert-pfaller.at

 

Gute Idee beim Hugendubel

Augenscheinlich bisher nur in der englischen Abteilung des Frankfurter Hauses, aber eine sehr süße Idee. Wäre nix für mich, aber generell eine sehr kreative Idee. Also, wer möchte, möge vorbeigehen.

 

Nicht-Rezension: New York Christmas

Es gibt ja Bücher, die sieht man von weitem und reißt quasi das Geld aus der Tasche um zu bezahlen. So auch bei diesem Buch.
Doch leider bewies sich beim Blättern, zum Glück vor dem Kaufen, das es so gar nicht dem Initialeindruck entsprach. Denn statt toller Fotos aus der New Yorker Weihnachtszeit, überwiegen die Rezepte, die mich nun so gar nicht interessieren und das ganze auf Hausfrauenart verwässern. Schade.
Die wenigen Bilder sind wirklich gut und ein reiner Bildband wäre toll gewesen; aber sicher geht so eine verromantisierte Rezepteschleuder besser im Weihnachtsgeschäft.

Wie sagt Lagerfeld so schön bei schlechten Büchern:
„Schade um die Bäume, die für den Mist sterben mussten.“

 

 

Rezension: Der letzte Zeitungsleser

Ich entdeckte dieses Buch doch wirklich in einer Buchhandlung. Wo doch mein Geschmack eher in den hinteren Ecken herumzufliegen drohen tut. Und bei diesem Buch hätte ich den Verlag auch um ein Rezensionsexemplar angebettelt. Soweit kam es nicht, der Galiani Verlag aus Berlin war so nett, mir ein Exemplar zur Besprechung zur Verfügung zu stellen.

Das Buch wird seinen Platz auf der Bibel-Ebene erhalten, auch wenn man es nicht gelesen hätte. Denn wie sein beschworenes Element, die gedruckte Zeitung, ist das Buch als haptische Erfahrung in sich schon einen Kauf wert. Es ist die Fortführung einer Zeitung in Buchform; der Einband mit Liebe, Detailtreue und der authentischen Hingabe zum Zeitungsmedium gestaltet, setzt sich selbiges im Inneren fort. Denn die Seiten sind nicht ausgefüllt, strotzen vor vermeintlich verschwendetem Platz. Denn, so erschließt es sich einem Zeitungsleser auf dem zweiten Gedankenabsatz: Die Spaltenbreite des Textes ist die einer typischen Meldung in einer Lokalzeitung. Das Papier ist rauer, hat einen guten Grip und Duft. Allein mit dem Äußeren brauchte ich etwas, um es ausgiebig zu genießen.

Geschrieben hat diese Liebeserklärung zur Zeitung Michael Angele, Redakteur der Wochenzeitung der Freitag aus Berlin (selbige gehört Jakob Augstein, dem adoptierten Sohn Rudolf Augsteins).

Angele, der selber bekennt, nicht der Vergangenheit zwanghaft verhaftet zu sein (führte eine frühe Internetzeitung als CR), zeichnet mit Hingabe seine Erlebnisse rund um das riechende, knisternde Etwas, das schlussendlich auch noch Informationen bietet.

Doch darum geht es bei einer Zeitung doch nicht!

Denn sie ist sinnliches Objekt, Beweis der Weltgewandtheit, zwischenmenschlicher Abstandhalter, Allzeit bereite Fliegenklatsche, Füllpapier, Tapete, Zeitdokument, Notizblock und noch so viel mehr. Zeitunglesen ist Sinnlichkeit, ist Darstellung und Abschottung zugleich.

Angele schafft es, seine Anekdoten fließend-parlierend zu präsentieren. Als Dreh- und Angelmoment nimmt er den Zeitungsleser schlechthin: Thomas Bernhard. Auch wenn dieser Ausnahmeautor nicht der leichtest zu ertragende Zeitgenosse gewesen sein dürfte, ist sein damaliger Einsatz für das Zeitunglesen sprichwörtlich bis heute; und bisweilen nicht untersucht. Es stellt folglich im Buch jemand die Frage, ob Bernhards Zeitungsaffinität wirklich „echt“ gewesen sei, oder doch von ihm bewusst stilisiert. Völlig egal, entgegne ich, denn die Zeitung ist eben nicht (!) dafür da, nur stumpf gelesen zu werden.
Für mich ist eine gedruckte Ausgabe immer noch ein Quell der Freude, auch wenn ich es nicht schaffe, sie zu lesen, oder eben nur die angestammten Teile. Der Autor bricht die Lanze für ein definitiv vor dem Ende stehenden Medium der Informationsverbreitung. Giovanni di Lorenzo hat natürlich Recht, wenn er sagt, er sei kein Holzhändler, ergo ihm das Medium egal, aber irgendwie ist es doch ein wesentlicher Schritt; alleine schon der Look von Trafiken, Kiosken weltweit wird sich ändern – aber wie?
Wie die Kaffeehäuser ohne Rauchwaren, wird es in zwanzig Jahren sicher auch nur noch sehr wenig Zeitungen geben; Wochenzeitungen, Wochenmagazine sicherlich noch – hoffentlich. Der Konsum ändert sich, die tägliche Tageszeitung ist aufgrund der gestiegenen Belastung des Lebens zu viel. Der Drang nach reflektierter Faktenlage größer geworden. Das Angebot inflationär, die meisten News sind alt, wenn man die Zeitung vom Tage aufschlägt. Es macht sie obsolet. Doch wir sind schon wieder in der Nutzungstheorie, und das ist hier gerade falsch.

Angele ist anzumerken, er macht es mit Herzblut und mit der Erfahrung, auch eben bei den Großen sich anstellen zu müssen. So nimmt er mit Claus Peymann (ehemals Burg, bis 2017 noch BE; siehe auch: Claus Peymann kauft sich keine Hose, geht aber mit Essen) Kontakt auf, um mehr über Bernhards Zeitungsrituale zu erfahren, stellt fest, dass Bernhard-Archiv ist just geschlossen und Peter Handke schreibt ihm einen kurzen Brief zu einer zeitungsrelevanten Frage; dieser ist auch abgedruckt in sehr stimmiger Weise in den Text ohne aufzumotzen und optisch laut zu werden.

Nun, es wissen alle, wie sehr ich Zeitungen liebe, sonst wäre meine Wohnzimmerwand nicht mit den wichtigsten Titelseiten der internationalen Zeitungswelt tapeziert.

Daher rate ich jedem, der Zeitungen, Drucksachen und den Duft von Druckerschwärze liebt, sich dieses liebevolle Büchlein aus dem netten Verlag Galiani Berlin (gehört zu KiWi) zu kaufen.

Weitere Informationen zum Buch erhalten Sie beim Verlag.

Das Buch wurde mir freundlicherweise – insbesondere da unbekannterweise – , wie einleitend schon berichtet, kostenfrei vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Ich erhalte kein Honorar.

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Brief von Sigmar Gabriel

Am Freitag kam dieser Brief von Sigmar Gabriel als Antwort auf einen Brief von mir. So sehr ich mir bewusst bin, dass er diesen Brief sicher nicht selber geschrieben hat, war der Inhalt dennoch nett und die Papierausstattung sehr schön.

Briefpapier: ca. 120g, beide Seiten gleiche Qualität, SPD-Quadrat oben rechts geprägt, Name und Funktion Offset, Qualität ok

Briefumschlag: Sehr wertig, sehr dicke Qualität; Rückseite: Name/Funktion; vorne zweifarbiger Streifendruck mit rotem SPD-Quadrat

Danke, Sigmar!

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Rezension: Helmut Schmidt – die späten Jahre

Schmidt hasste kurze Texte, wehrte sich immer gegen kurze Antworten; also: nehmen Sie sich einen Kaffee, rauchen Sie ggf. eine und machen Sie es sich bequem.

Der Staatsmann soll ihnen nicht vertraut vorkommen…,

meinte Schmidt 1986 in der NDR Talkshow mit seinem unverwechselbaren Haifischlächeln.

Es ist kalt an diesem Berlinmorgen im November. Ich blicke durch große Fenster auf den Bahnhof Zoo. Dort, wo Jahrzehnte zuvor das Schicksal von Christiane F. sich abspielte, blicke ich auf dieselbe Bausubstanz. Aus dem achten Stock meines Hotelzimmers wirkt es wie eine Modelleisenbahn mit Sozialcharakter. An diesem Morgen ist mir aber nach allem, bloß nicht nach Genießen. Und so frage ich mich, ob ich der blasse Mensch im Spiegel bin, oder doch das Fernsehbild im Spiegel. Das Waldorf Astoria bereitet alle Annehmlichkeiten, die sich ein Gast vorstellen darf. In innerer Form einer Schiffsspitze gebaut und mit einem durchdringenden Corporate Duft, erkenne ich es beim Betreten mit geschlossenem Auge. Doch selbst das vor Opulenz schreiende Frühstücksbuffet reizt mich nicht; ein Freund schleppte mich am Vorabend zu „seinem“ Libanesen auf die Kantstraße neben unserer Berliner Dependance. Sehenden Auge ins Unglück, hätte das Buch hierzu heißen können, denn natürlich vertrug ich das knoblauchgetränkte Mahl kein bisschen. Und so zerre ich mich zu meinem Vortrag, um dann auch noch auf dem Wege zum Tagungsraum die SMS (eine echte SMS…) von einem Freund zu bekommen „Schmidt kritisch – Lage prüfen“. Nach kurzem Crosscheck weiß ich: es geht nun wirklich zu Ende. Zuletzt war der arterielle Verschluss am rechten Bein, da war ich unruhig, nun habe ich voreilende innere Gewissheit. Der Mann, den ich für seine freche Führungsstärke (1962) und seine weltläufige, wenngleich arrogante Art mag und sein Wirken seit 2007 verfolge, wird nun sterben.

Helmut Schmidt wurde zur Institution. Zum Ende seines langen Lebens haben viele Menschen zur Idealisierung geneigt, ja geradeheraus Gesundheit aus Mentholzigaretten heraufbeschworen. Die Zuneigung sei lästig, sagte Schmidt in der großen Dokumentation von Maischberger aus 2007. Josef Joffe, am Rande einer Veranstaltung und wahrlich nicht so beliebt, war ganz entgeistert über dieses kantenstarke Statement, denn er fragt ungläubig: „Zuneigung lästig?“, Schmidt antwortet auf seinen Stock gestützt mit Blick zum Boden „Jo“. Er will die Abfahrt nach der Veranstaltung verzögern, um den „Wegelagerern“ zu entgehen. Diese dennoch auf ihn wartenden Wildwuchs-Autogrammjäger, die alle etwas pflegebedürftig aussehen, wäre ich auch gern entgangen. Zuneigung kann sicher erdrückend sein, denn sie bezieht sich auf die Projektion, die Menschen sich erschaffen; dass bedeutet, sie bewundern das Beamerbild statt den Beamer. Bei Schmidt drehte sich das ob fehlender anderer Vorbilder zu einer babylonischen Schraube, auf der er einerseits genussvoll ritt und die ihm, so bin ich sicher, dieses biblische Alter bescherte und andererseits zu zunehmender Belastung durch eigene Handlungseinschränkung wurde.

„Meinen Sie das wirklich ernst?“, fragt mich Herr Sprinz am Telefon. „Ja, wir müssen vorbereitet sein“, raune ich entgegen, als ich nach meinem Vortrag meinen ersten Kaffee seit eingetretener Magenverstimmung mir in den Hals vorsichtig schütte. Mein Haus- und Hofgraphiker ist einiges von mir gewohnt, hat über die vielen Jahre der Zusammenarbeit erlebt, das meine oft vorher krude Meinung bei Umsetzung wider jeder Stilfrage funktionierte. „So ein Dings mit Name und Lebensdaten“, umschreibe ich das, was jeder kennt, dennoch nie einer benennt. Widerwillig schickt Sprinz mir die Entwürfe ins Hotel. Wir einigen uns auf schwarzen Grund und weiße Schrift; und packen es „auf Halde“, jederzeit einsatzbereit für Facebook (damals noch) und Blog (immer noch) und generell.

Wie nähert man sich einem gewichtigen Mann aus der Politik, den man aber zu Regierungszeit rein geburtstechnisch nie erleben konnte? Wie erwacht also das Interesse? Hierzu muss ich vorausschicken, Schmidt nicht als Politiker oder Weltendeuter zu verehren. Ich mag ihn als Macher, als Einleiter von Veränderungen, als Kontinuum bei meiner geliebten ZEIT. Politiker werden m.E. in Ihrer Einzelbetrachtung überschätzt und zu Einschätzungseintrittswahrscheinlichkeit sollten Sie Dobelli lesen, um über alle „ich schätze, meine denke“-Sätze in Büchern drüberwegzulesen und dabei sogar etwas Gutes zu tun.
Schmidt als Mensch zu erfassen, war und ist für mich der spannende Teil. Der Mann der sich vor einer Betonwand hinter seinen Emotionen präsentierte und so eine Hybris aufbaute, die nicht stimmen konnte; ähnlich Karl Lagerfeld. Die Situationen also, wenn persönliche Meinungen durchblitzten, wurden die Interviews spannend. Wie sieht ein der gegenwärtigen Generationen entwachsener Mensch die heutige Welt? Schmidt war immer an den Jüngeren interessiert, insbesondere deren Ansichten, die er oft dennoch nicht teilte.

Kurz nach 15 Uhr habe ich dann Gewissheit: Helmut Schmidt ist tot. Die Lebenstafel geht online. Ich beobachte die Medien, sie überschlagen sich und sind doch stumm. Was will man – auf die Schnelle – sagen, außer der Tatsache? Der Tag ist in seinem Verlauf besiegelt, der Berliner Himmel grau und nasskalt. Ich steige auf Feierabendcognac um und lasse die schwere Tür meines Zimmers hinter mir zufallen.

Für alle Menschen, die heute unter vierzig sind, ist Schmidt nur in seiner Rolle als Herausgeber und Elder-Statesman „lebendig“ aktiv gewesen. Sandra Maischbergers Portrait Helmut Schmidt außer Dienst von 2007 ist ein herrliches Stück eingefangener Zeitgeschichte. Sie bildet Schmidt, damals noch mit Stock vergleichsweise sehr mobil, bei seinen Reisen durch die Welt ab. Knapp zehn Jahre hatte Maischberger ihn begleitet und ein grandioses stilles, den Protagonisten ebenbürtig wirkendes Werk, geschaffen. Doch warum hat sich niemand an die Verschiftlichung seiner Zeit nach dem Ende seiner Kanzlerschaft 1982 gemacht? Hausbiograph Soells Oeuvre endet 1982.

Die Lösung ist, es war vertraglich geregelt! Der Autor und ehemalige Siedler-Lektor Thomas Karlauf legt nun bei Siedler (Imprint von Random House) die Biographie von Helmut Schmidt von 1982-2015 vor. Das Buch sollte zum Tode oder zu seinem hundertsten Geburtstag erscheinen. In der Mitte beider Zeitspots ist es nun geschehen, verabredet 2014 noch hochselbst mit Schmidt. Auf 479 Seiten zeichnet Karlauf die Zeit des Vollblutkanzlers und Machtmenschen nach nach der Macht. Bücher können schwierig sein, wenn die Autoren die Distanz verlieren oder der Genauigkeit Überschätzung schenken. Die von Gregor Schöllgen vorgelegte Biographie von Gerhard Schröder (DVA) platzt vor Genauigkeit. So genau, dass das Buch nicht mehr flüssig gelesen werden kann; es ist zu anstrengend. Das wusste auch Schoellgen, da er auf der PK zur Vorstellung sagte, er habe Schröder gewarnt: Er würde nach der Arbeit dessen Leben besser kennen als dieser selbst. Schröder quittiert dieses nur mit einem kurzen Schmunzeln: Tiefes Aktenstudium war seine Sache nie gewesen. Knapp sechs Jahre zuvor legte Theo Sommer sein Werk „Unser Schmidt“ vor. Auch dieses ein Buch in Form eines Briefbeschwerers und vor Detailgenauigkeit platzend. Nicht lesbar. Meine Kritik damals hat Sommer per Email nicht ganz begeistert beantwortet. Denn ich wollte nicht die nächste epische Analyse von Terminkalendern, Treffen-Auflistungen und Einschätzungen haben.

Ich wollte an den Menschen kommen.

Umso gespannter war ich nun auf das Buch von Karlauf. Und, er hat es geschafft! Neben auch hier publizierten Genauigkeiten als Legitimation zur Sachbuchberechtigung, zeichnet der Autor direkt und indirekt ein Bild eines Mannes, der wie Schröder dreißig Jahre später, an dem Machtverlust wie ein ausgesetztes Kind litt. Schröder sagte hierzu in seiner ersten post-Kanzler-Dokumentation 2006 (Leinemann et. al): „Ich eigne mich mit (er verschluckt sein Alter)…in meinem Alter noch nicht…“, um dann zu begründen, weshalb er das Mandat bei Nordstream und seine Tätigkeit bei Ringier aufgenommen hatte.

Karlauf schildert minutiös und dennoch lesbar, wie Schmidt nach dem Ausscheiden aus Bonn seinen Alltag meisterte, zu Bucerius´ ZEIT kam (mit dessen Ex-Frau er der ZEIT viel Geld sparte) und den Sprung von Politiker zum Autor und Vortragsredner schaffte. Nicht ganz so glatt, wie ich es gedacht hätte. Die ersten Manuskripte wurden von Verleger Siedler himself nicht sehr diplomatisch mit vielen kritischen Anmerkungen versehen.

(…), dass die kühle und sozusagen lapidare Art des Vortrags dem Manuskript jenen Selbstbespiegelungscharakter nimmt, der so viele Memoiren-Bücher zu einer peinlichen Lektüre macht.“

Ein Schlag in Schmidts Ego. So misslingt das erste Buch Mächte und Menschen aus organisatorischen im Ausland – asychrone Erscheinungsweise; nur 5000 Exemplare werden in den USA abgesetzt, die Verlage dort haben (erstmal) kein Interesse mehr an weiteren Veröffentlichungen. In Deutschland brilliert die Ausgabe, Schmidt ist wohl sehr an den Absatzzahlen interessiert. Nebenbei erfährt man, dass die bei Siedler ebenfalls verlegten Speer-Memoiren eine Rekordauflage von 700.000 Stück erreichte – ein ekliges Statement für Nachkriegsdeutschland, Fritz Bauers Biographien verdienten diese Auflagenzahlen…

In diesen Beschreibungen blitzt der Mensch durch, denn Schmidt hat sehr wohl an seinem Bedeutungsverlust und seiner noch fehlenden Positionierung gelitten. So schrieb er von seinen privat veranstalteten Reisen teils Reiseberichte mit neun Anhängen. Ob sein Verteilerkreis die lesen wollte und las, sei (und wird es auch) sehr infrage zu stellen. Auch dass seine Freitagsgesellschaft niemand weiterführen wollte, kann erahnen lassen, dass die Kraft und den Gestaltungswillen der Schmidt auch ohne Amt und Auftrag umtrieb, nicht übersprang auf seine Umwelt.

Das umfangreiche Buch gibt in viele Teilen einen Einblick in das Leben und Wirken Schmidts. Teilweise gerät es in einen historisch berichtenden Duktus, der langweilen kann. Dem Verlauf eines Lebens nach einer Kanzlerschaft ebnet dieses Buch aber den Weg. Es zeigt, dass auch nach dem zweithöchsten Amt der Bundesrepublik ein erfülltes Leben stehen kann. Die Sprungkante in die Bedeutungslosigkeit wird aber auch damit klarer sichtbar, nicht alles war reibungslos und verklärt optimistisch, wie es sich retrospektiv darstellt. Karlauf berichtet wichtige Eckdaten Schmidts Biographie, insbesondere bei der ZEIT und den letzten Jahren seines Lebens. Er gibt damit Einsichten, die nicht ergooglebar sind.

Wer Schmidt mag und sich mit ihm beschäftigt, sollte weniger die Bücher von ihm oder die Bücher bis 1982 über ihn lesen, er sollte dringlich dieses Buch lesen.

Finden Sie weitere Informationen über Helmut Schmidt – die späten Jahre beim Verlag Random House (Siedler ist Imprint-Verlag des Random Hous Verlagsgruppe) und kaufen Sie es sich gerne. Es lohnt sich.

Das Buch wurde mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar von Random House zur Verfügung gestellt. Ich erhalte kein Honorar.


Zum Abschluss zwei Video-Empfehlungen:
Harald Schmidt redet bei der Matinee zu Schmidts 90. Geburtstag
Giovanni di Lorenzo über den Zeitpunkt des Todes und die Erlebnisse danach in der Redaktion am Speersort
Sandra Maischberger: Helmut Schmidt außer Dienst, 2007

Lese-Empfehlungen:
Die ZEIT-Ausgabe zum Tode Helmut Schmidts; kostenpflichtig bestellbar über archiv@zeit.de
Briefwechsel Helmut Schmidts mit Willy Brandt, herausgegeben vom enorm fleißigen Meik Woyke
„Auf eine Zigarette mit Helmut Schmidt“ und „Verstehen Sie das, Herr Schmidt“-Gesprächsbücher
Hintergrund: Giovanni di Lorenzo sprach mit Helmut Schmidt in bewusst kurz gefassten Interviews (diese kurzen Interviews waren eine Serie des ZEIT-Magazins)

 

Seh-Tipp: Reportage British Airways 1990 Inflight B 747-200

Quasi einem Englisch-Lehrbuch meiner Schulzeit der frühen Neunziger gleich, können Sie hier in einer zweiundvierzigminütigen BBC-Reportage bei bestem British English, der Crew einer B747-200 der British Airways folgen von London nach Bangkok. Schön ist, dass sich grundsätzlich die Abläufe nicht viel verändert haben, aber die Technik einen Hechtsprung hingelegt hat. Dass damals doch alles geklappt hat, zeigt diese Reportage. Man beachte das Drei-Mann-Cockpit in der 747-200, die Lufthansa auch noch bis kurz nach 2001 betrieb. Schauen Sie hierzu im Video in Minute 5:20: Dort sehen Sie den Flugingenieur die Schubhebel fein justieren während des Starlaufs. Dies macht, wer hätte es sich nicht denken können, der Computer inzwischen. Die Offenheit des Kapitäns ist beachtlich, denn er sagt „we do get bored“, und antwortet unglaublich ehrlich auf die Frage, ob es denn nicht irgendwann auf den Keks ginge. Gleichzeitig betont er, das Fliegen zu lieben, aber man würde halt irgendwann auch gelangweilt sein. Hierzu wird auch das Problem der Müdigkeit bei einem (nächtlichen) Langstreckenflug thematisiert. Dies war damals ein besonderes Thema, da die neuen Flugzeuge aus Mitte der 80er-Jahre (z.B. B767) ohne Flugingenieur auskamen und die Angst vor zu großer Automation herrschte.

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Flugingenieur bei der Mahlzeit

Auch ein Thema ab Ende der 80er: Frauen (endlich!) im Cockpit. Die Erste Offizierin (zwei Streifen: Noch in der Frischphase der Tätigkeit), berichtet die Verwunderung von Passagieren, sie Ansagen machen zu hören. Zum Glück ist das, 26 Jahre später kein Thema mehr.

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Beitragsbilder: Screenshot Youtube

Rezension: Letzte Gespräche mit Papst em. Benedikt XVI.

Ich saß an einem kühlen, nasskalten Aprilnachmittag am zugigen Seiteneingang des Capitol in Hannover. In meinem Ursprungsberuf im Rettungsdienst tätig, war ich an diesem Tag für ein Konzert eingeteilt. Die oft lange Zeit vor der eigentlichen Veranstaltung, vertrödelten wir mit stupidem Warten. Ich hätte diese Szene, wie ich auf der Trage saß und gelangweilt mit den Beinen schaukelte, längst vergessen, weil nur eine von hunderten Szenen solcher Art, doch an diesem Tag gab es im Radio auf der Anfahrt selbst für Atheisten erstaunliche Nachrichten:
Ein Deutscher ist Papst.

Ein Joseph Ratzinger aus Bayern. Nie gehört, aber dennoch spannend, da die Begeisterung hierzu selbst zu Stefan Raab durchschwappte; dessen Sendung damals noch zum abendlichen Pflichtprogramm eines Zwanzigjährigen gehört. Es sei vielleicht der Form halber zu erwähnen, dass wir damals wirklich per Radio im Rettungswagen von der Nachricht erfuhren. 2005, vom Gefühl her gestern, war noch lange nicht die Zeit, in der man die Informationen via Facebook, twitter etc. bekam. Es gab es schlichtweg noch nicht. Vom mobilen Internet auf dem Handy träumte ich zumindest damals auch noch nicht.
Kai Diekmann setzte sich mit der BILD-Schlagzeile „Wir sind Papst“ ein Denkmal der Aufmacher, die Axel Springer AG hing ein haushohes Plakat mit eben diesem Titel an sein Hochhaus in der Axel-Springer-Straße. Noch heute hängen links vor Diekmanns Bürotür die Druckplatten der damaligen Ausgabe. Die flimmernde Erregung über die Tatsache nach hunderten von Jahren einen Landsmann an der spitze der katholischen Weltkirche zu wissen, schien selbst eingefleischte Atheisten und Nicht-Partrioten zumindest ein Schmunzeln in das Gesicht zu zaubern.

Joseph Ratzinger. Deutscher, Bayer, ehemaliger Kardinal. Und: ehemaliger Papst. Eine Situation die vor dem 11. Februar 2013 keiner ahnte. Seit mehr als 700 Jahren ist kein Papst mehr zurückgetreten. Ratzinger tat es, er wollte das Siechtum wie es Johannes Paul II. ereilte, auf keinen Fall erleben. Wider augenscheinlicher Unmöglichkeit, hat sich über drei Jahre später eine angenehme Ruhe über die Tatsache verbreitet, dass es „zwei“ lebende Päpste gibt. Doch wie geht es dem Papst emeritus, der im Kloster Mater Ecclesiae unweit des ehemaligen Dienstsitzes mit seinem Privatsekretär Gänswein und vier Angehörigen der Memores lebt? Wie denkt, redet jemand, der die katholische Weltkirche anführte, wenn er eben nicht mehr im „Dienst“ ist. Und da diesen Zustand seit über 700 Jahren kein Mensch mehr erlebt hat, ist es die Möglichkeit, nachzufragen.

Der Journalist Peter Seewald hat nun bei Droemer Knaur seinen dritten Gesprächsband mit Papst em. Benedikt vorgelegt. Das 280 Seiten starke, im Hardcover gebundene Buch, gibt Einblick in die Denkstruktur des Kirchenmannes Ratzinger. Mit entschiedener und doch leiser Offenheit, parliert er aufgelockert, direkt und präzise über sein Pontifikat, seine Jugend und den Weg zum höchsten Amt der katholischen Kirche.

Das Buch ist handwerklich von guter Qualität, der weiße Einband mit der goldenen Schrift wirkt einer Soutane ähnlich und gibt Wertigkeit. Das Druckbild ist gut lesbar, die Schrift in angenehmer Größe, der Text auf den Seiten kann atmen; Serifen passen zum Kontext. Verwirren tut mich hin und wieder, dass die Antworten nicht kursiv gesetzt sind, sondern die Fragen. Das ist aber sicher nur eine für mich spezielle Wahrnehmung.

Das Buch plaudert keine tief schürfenden Geheimnisse, keine Abrechnungen oder Gemeinheiten aus. Ähnlich wie sein Privatsekretär, ist er leise in seinen Worten und weiß zum Glück genau, was er sagt. Dennoch wirkt der Gesprächsverlauf nicht „durchautorisiert“ wie generell so viele Interview in der Zeitung, bei dem förmlich die Handschrift des Pressereferats zu lesen ist.

Benedikt schildert freimütig, dass Papst Franziskus nach seiner Wahl ihn telefonisch erreichen wollte, doch niemanden erreichte: Der in diesem Moment emeritierte Papst, nebst Mitarbeiterstab, waren zu sehr in das Fernsehprogramm über das Ergebnis des Konklave versunken – keiner hörte das Telefon. Da muss man schon schmunzeln in herzlicher Zugewandtheit solch irdischer Probleme.

Wie der Titel schon sagt, ist für Benedikt selber die Auskunftsgelegenheit in den letzten Zügen. Er wirkt aufgeräumt, in sich ruhend und vorbereitet auf das was kommen wird. So bestätigt es auch Gänswein immer wieder in Interviews. Nicht mehr gut zu Fuß und doch geistig mobil, ist Benedikt in seinem Glauben vereint.

Lesen oder nicht? Ich kann das Buch zur geneigten Lektüre empfehlen. Seewald ist eher ruhiger, zugewandter Frager als motivierter Interviewer. Aber gepaart mit den unaufgeregten, authentischen Antworten Benedikts, macht es es zu einer angenehmen Lektüre.

Weitere Informationen finden Sie bei Droemer Knaur.

Ich danke dem Verlag für die kostenlose Bereitstellung eines Rezensionsexemplars. Ich erhalte kein Honorar. Das Cover wurde mir vom Verlag freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

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