Lese-Tipp: Der große Dulder

 

Raimund Fellinger, Cheflektor des Verlagshauses Suhrkamp ist die zentrale Figur dieses geschichtsträchtigen Hauses. Die SZ nennt ihn die wichtigste Suhrkamp-Figur.

Ein Schachspiel von Schwarz und Weiß hat sich in den letzen Jahren im Verlag mit der Rechtsform einer Aktiengesellschaft abgespielt. Die Witwe des einstigen Verlegers Unseld, Ulla Unseld-Berkéwicz, gegen den inzwischen verstorbenen Investor Hans Barlach. Durch geschickte juristische Winkelzüge konnte diese Schlacht geschlagen und der Verlag in beständiger Form erhalten werden.
Unseld übernahm den Verlag 1959 nach dem Tode des Gründers Peter Suhrkamp.
Handke, Hesse, Bernhard sind nur einige Autoren dieses Verlages, der eine feste Institution der Printwelt darstellt. Denn Bücher und Druckerzeugnisse sind im Hause Suhrkamp und Insel Verlag nicht nur eine Art Texte zu transportieren. Es ist Kunst der Herstellung und Darstellung von gebundenem Papier.
Es hat sich ein wahres Universum gebildet, in dem auch Briefwechsel Unselds mit seinen bekannten Autoren oder seine Reiseberichte veröffentlich wurden. Alle eint, dass die Liebe zum Produkt in allen Poren spürbar ist. Die Aufbereitung ist penibel, tendenziell fehlerlos und mit einer Qualität, die nah am Ende des Gewinns stehen dürfte. Es wird hierzu der Briefwechsel Unseld/Handke empfohlen.

Fellinger berichtet aus dem Nähkästchen der aufregenden Jahre im Hause Suhrkamp und gibt Einblick in die Tiefen der Beziehungen. Er betreut seit Jahrzehnten als persönlicher Lektor Peter Handke und Thomas Bernhard. Letzterer ist vor über 25 Jahren verstorben und dennoch bietet sein Nachlass ungeahnte Schätze, die es für Fellinger zu heben gilt. Hinderlich nur, dass Bernhard dies testamentarisch verhindert hat. Und so ist es Fellingers obsessive Aufgabe, dieses Konvolut an schriftstellerischem Können taktil zu erorbern.

Man beachte bitte genau a) das Bild und b) die Bildunterschrift! Aber, was sage ich, lesen Sie selbst.

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