„Ihr tut ja so, als seien das Drogen!“

…über grenzenlose Dummheit.

Ich stehe an einer Tanke, will Kaffee kaufen und bin am frühen Morgen nach langer Schreibnacht etwas derangiert. Und so erlebe ich es nur unter dem Nebel der Müdigkeit und begreife erst später den dokumentationswürdigen Moment.

Ich stehe in der Schlange, vor mir kauft jemand Sprit* und Zigaretten. Hinter mir kommt ein ca. 14-jähriger Junge herein. Er will, solange ich auf meinen Kaffee warte, Zigaretten kaufen für seinen Onkel, der ungeduldig wartend im laufenden Auto vor der Tür steht. Doch die Kassiererin weigert sich, zurecht. Auch der Mann hinter mir wartend verneint, mich fragt der Junge gar nicht, ich sehe scheinbar nicht ansprechbar aus.

Der Junge geht also raus und schickt seinen Onkel rein. Der ruft, gar nicht sauer, eher vergnügt, in den Raum: „Ihr tut ja so, als seien das Drogen, was er kaufen soll!“ — peinliches Schweigen. Der weitere Kauf ist nicht mehr erwähnenswert.

Doch was fällt auf: Die Wahrnehmung von Zigaretten. Das was sie sind, war für den Konsumenten nicht mehr greifbar. Es sind Drogen, so sehr sie auch gesellschaftlich legitimiert (oder auch nicht mehr) sind.
Ich bin nun wahrlich kein moralischer Nichtraucher, aber der Moment gibt so viel analytisches Potential, wieso eine Ansicht relativ ist. Viel Spaß beim drüber Nachdenken!

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* er hatte getankt; sein Auto

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