Gehst du mit aufs ….-Fest?

…nein! – über Feste die keine mehr sind.

Es ist eine Tatsache, dass ich schon vor über zehn Jahren auf dem Maschseefest (Hannover) saß und mich fragte, was ich denn hier nun solle. Schlechtes Essen zu hohen Preisen, unfreundliche Servicekräfte, Massenabfertigung, Menschenmengen, und nochmal welches inhaltliche Angebot? Ach, ja! Gibt ja keins. Und sie sind überall gleich. Landauf landab derselbe Schund, derselbe Suff. Menschen, die im Berufsleben buckeln („der doofen Maloche mal entfliehen“) lassen sich die Gardine bis Anschlag zukippen, sind intoxikiert-forciert gesellig bis aggressiv-peinlich und lassen Emotionen freien Lauf, die ich gar nicht kennenlernen möchte. Doch fragen tut ja keiner. Doch wenn man sich dieser Heiterkeit, diesen „festen Terminen“ entzieht oder es gar wagt diese infrage zustellen, dann öffnet sich das Tor zur Hölle. Denn schlimmer als Fernbleiben, ist zu hinterfragen. Denn das will der gemeine Teilnehmer dieser Feste ja auch nicht sein oft deplatziertes Verhalten. Was die Menschen treibt, ist das Herdenphänomen, die Zwänge des Alltags und die Angst vor Einsamkeit. Aber „man“ muss da ja mal hin. Doch warum? Warum gehen alle auf diese „Feste“, die alle eines gemeinsam haben: Sie sind unsinnig. Und unnötig zu besuchen.

Wenn ich auf die Frage, was ich am Wochenende mache, antworte „nichts“, ist die Reaktion fast so, dass ich selber meine Antwort infrage stellen mochte. Mochte, nicht mache. Das ist wichtig.

Hierbei möchte ich Ihnen ein Tipp geben: Besuchen Sie das Projekt von Bianca Schäb, die ich dienstlich mal kennenlernte. Sie hat grade (August 2015) ein Entschleunigungsprojekt mit Ihrem Goggo-Mobil hinter sich. Raten Sie mal, was die Menschen, die wie Lemminge zu den Festen, deren Namen keiner Erwähnung wert sind, bei so einem Trip im inneren Konflikt mit sich ausrasten würden. Glauben Sie mir, das würde ein sehr netter Trip.

Wo Sie sowas mal in Ansätzen beobachten können? Beobachten Sie Menschen in ihren sogenannten Urlauben. Sogenannt. Genau so zu verstehen. Die Menschen kommen völlig gehetzt wieder. Vollgefressen, erschöpft und erlebt haben die was? NICHTS. GAR NICHTS. Und das war auch gut so. Denn sonst hätte es intrafamilär auch einen Streit des Jahrhunderts gegeben. Ich zitierte letztens ein Facebook-Zitat zwischen zwei Familienvätern: „Fahren wir zusammen in den Urlaub?“ – „Entweder das, oder wir bleiben Freunde.“

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