Der Bindung ihr Zwange

Über das Aushalten des Alleinstehens. Wenn die Beziehung zum eigenerhaltenden Kit wird.

Eine Bekannte von mir trennte sich letztes Jahr tränenreich und schwer schuldzuweisend von ihrem Mann. Jung geheiratet, waren sie der jungen und scheinbar ewig währenden Liebe auf den Leim gegangen. Nun wart sie getrennt, in einer quasi Abstellkammer lebend, und meldete sich indes nicht mehr. Da wusste ich schon, was der Braten geschlagen hatte. Denn mein Hinweis, ihr doch eher chaotisches, von Pendelei geplagtes (gewolltes?) Leben zu ordnen und mal sich die Zeit zu nehmen, eigene Ziele zu definieren, übergang sie immer glamourös.

Nun, was war passiert? Ich traf (so wie sie guckte passt auch „erwischte“) sie zufällig beim Umzug. Ihre Augen strahlten in autopilotischer Weise und sie warf mir entgegen, „Es passt einfach, wir ziehen zusammen!“.  Ah. Ich hatte doch gar nichts gefragt? Und doch schwang in ihr zwischen Stolz und Lebensberechtigung der Wunsch nach Begründung mit.

Nach wieviel Monaten Trennung? Ah. Ein paar Monaten nur. Man mag kaum ein halbes Jahr zählen. 

Und es beweist wieder einmal die Aussage von Schopenhauer, dass unser größtes Problem ist, mit uns alleine klar zu kommen.

Schade um ihr eigenes sein. Hauptsache nicht allein.

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